Wirtschaftsjunioren Niederberg: Neue Ansätze für profitables Arbeiten

Velbert : Neue Ansätze für profitables Arbeiten

Unternehmer stellten den Fünf-Stunden-Tag und flexible Arbeitszeitmodelle vor.

Mit dem Thema „Innovative Arbeitszeitmodelle“ konnten die Wirtschaftsjunioren (WJ) NRW und die WJ Lippe fast 50 Gäste nach Bad Salzuflen gelockt. Zum fünften Abend im Rahmen der Reihe „Meetup“ referierten Lasse Rheingans, Geschäftsführer der Firma Rheingans Digital Enabler, und Sven Thurau, Geschäftsführer der AÜG Netzwerk Human Resources, über Fünf-Stunden-Tage und flexible Unternehmen.

Zunächst referierte Lasse Rheingans zu „In fünf Stunden schafft man mehr“. 2017 hat er in seiner Agentur den Fünf-Stunden-Tag als innovatives Arbeitszeitmodell eingeführt und damit den „Chefsache Award für Chancengleichheit“ und „Xing New Work Award“ gewonnen. Im Zuge der Umstellung ging es vor allem um Digitalisierung und Kulturwandel. „Wie und wo man arbeitet hat sich im Vergleich zu den Arbeitswelten von noch vor ein paar Jahren stark verändert“, meinte Rheingans. „Today- statt To-do-Listen führen mittlerweile dazu, dass die Anzahl der Burn-outs in den verschiedenen Berufszweigen steigt.“

Am Acht-Stunden-Tag wird die
Zeit nicht effizient genutzt

Das zeigte dem Bielefelder Unternehmer, dass es Zeit war für gravierende Veränderungen. Im klassischen Acht-Stunden-Tag würden nicht alle Stunden effizient genutzt, und es müsse ständig nach Lösungen gesucht werden. Die Mikro-Pausen, Zeitfresser und Ablenkungen führten nicht dazu, dass jeder effektiv mehr als fünf Stunden arbeitet. Gemeinsam mit seinem Team wurden spannende und effiziente Lösungsansätze in der Agentur gefunden, und es wird fokussierter gearbeitet. Außerdem wurden Prozesse, die nahezu überflüssig waren, gestrichen oder verändert. Allerdings müssen im neuen Modell Team-Routinen erarbeitet werden, damit neben einer Fokusphase die sozialen Kompetenzen im Team behalten und gestärkt werden.

Im zweiten Vortrag des Abends sprach Sven Thurau über „Das flexible Unternehmen“. Nach einer Reflexion auf die verschiedenen Arbeitszeitmodelle, die in der Vergangenheit genutzt wurden, ging er auf die Bedürfnisgruppen (Kunde, Mitarbeiter und Firma) ein. Jede Abteilung und Tochterfirma des Unternehmens hat individuelle und flexible Arbeitszeitmodelle, die jede Bedürfnisgruppe berücksichtigt.

Redner hob die Empathie
als wichtigen Faktor hervor

Das führt heute im gesamten Unternehmen zu 25 verschiedenen Arbeitszeittypen. Die goldene Regel dafür ist ein römischer Grundsatz „Quod Tibi Hoc Alteri“, welche Gegenseitigkeit stark fokussiert. Empathie wurde von Thurau als wichtiger Faktor hervorgehoben. Die Geschäftsorganisation hat sich von Top Down auf eine Dienstleister Struktur verändert, so dass jede Abteilung in eigene Firmen aufgeteilt wurde. Nach den beiden Vorträgen tauschten sich die Teilnehmer bei einem Imbiss intensiv zu den Themen aus.

Die Reihe „Meetup“ wird zentral organisiert vom Velberter IT-Unternehmer Robin Clemens, bei den WJ NRW zuständig für das Ressort Unternehmertum. Die Veranstaltung findet zu wechselnden Themen jedes Mal in einem anderen WJ-Kreis statt. Red

wjnrw.de

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