Wülfrath : Pilotbetrieb soll Klarheit schaffen

. Das ehemalige Haus der Volkshochschule (VHS) an der Wilhelmstraße steht leer. Wenn es nach der Initiative WIR (Wülfrather Ideen Räume) geht, könnte sich dieser Zustand schon bald ändern. Denn bereits nach den Sommerferien möchten die Initiatoren in den Pilotbetrieb starten.

Zur Erinnerung: WIR, das ist ein Zusammenschluss diverser Initiativen, Organisationen, Gruppen und Vereinen. Gemeinsam wollen sie die in die Jahre gekommene Immobilie an der Wilhemstraße 189 mit Leben füllen, ein Vereinshaus in der Wülfrather Fußgängerzone schaffen.

Erste Workshops deuten bisher großes Interesse hin. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da. Wie wir diesen mit dem vorhandenen Platz in Einklang bringen können, soll ein Probebetrieb zeigen“, fasst Sandra Leidig-Diekmann die Pläne zusammen. Gemeinsam mit ihrem Theater-Ensemble Minestrone möchte sie die künftigen Räume als Lager- und Probefläche nutzen. Auch der Turnerbund Wülfrath (TBW) hat sein Interesse bekundet, ebenso die Werbegemeinschaft Wülfrath pro, die Freifunker (die einen sogenannten Makerspace ­planen), Chorgemeinschaften und weitere Gruppen. Fragezeichen stehen aber noch zur Genüge im Raum: So ist ungewiss, wer als möglicher Ankermieter in den Räumen fungieren könnte. Platz wäre für eine Rückkehr der VHS, die jedoch ein gesamtes Geschoss beanspruchen würde. Ein Raumkonzept soll Klarheit schaffen und auch die Politik von dem Vorhaben überzeugen. Grünes Licht gibt es für die Pläne nämlich noch nicht. Zunächst sollen nur drei Räume der Immobilie genutzt, die Belegung sukzessiv ausgebaut werden.

Vorteile brächte die angedachte Testphase gleich mehrere mit sich, denn ein Pilotbetrieb ist Grundvoraussetzung für das Förderprogramm „Initiative ergreifen“, welches wichtige Finanzmittel für das Vorhaben bereitstellen könnte. Auch hoffen die Initiatoren, dass das Förderprojekt „Step“ fortgeschrieben wird.

Letztlich stellt das ehemalige VHS-Haus selbst eine große Hürde dar. Optimal ist die aktuelle Raumaufteilung nämlich nicht. Der einstige Charme der gut 100 Jahre alten Immobilie bröckelt langsam ab. Den Pinsel möchte die Initiative selbst schwingen. „Wenn uns die Stadt die Räume zur Verfügung stellt, dann werden wir diese renovieren“, kündigt Sandra Leidig-Diekmann an, die zustimmendes Nicken von zwei Mitstreiterinnen erhält.

Denn auch Nicole Püchel vom Sportverein TBW sowie Christina Rick von der Werbegemeinschaft Wülfrath pro würden tatkräftig mit anpacken, wenn es um eine grundlegende Sanierung des Komplexes geht. „Erstmal müsste eine Wand dran glauben, dann kommt uns aber sicher die Decke entgegen“, mutmaßt Sandra Leidig-Diekmann, die sich vor diesem Schritt nicht scheut. Schließlich möchte die Initiative nicht nur Nutzen aus dem Haus ziehen, sondern auch Verantwortung übernehmen.