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Windrather Talschule bietet bald alles an einem Standort

Velbert : Die Windrather Talschule bietet demnächst alles an einem Standort

Baustoffmangel verzögerte das Richtfest für das neue Werk- und Kunsthaus.

„Lasst Euch das neue Schulhaus fein Ansporn zu neuem Fleiße sein. Die Stunden, da ihr lernen sollt sind köstlicher als blankes Gold“, gibt Zimmermann Dennis Städtler den derzeit rund 300 Schülern der Windrather Talschule mit auf den Weg. Nachdem er mit seinem Kollegen Erik Thurow den Richtspruch aufgesagt und die Gläser geleert hatte, die erfolgreich auf dem Baugrund zersplitterten, durfte Noah Sindt aus der zehnten Klasse den letzten Nagel einschlagen: Der Rohbau für das neue Werk- und Kunsthaus an der Panner Straße steht, Ramon und die Trommelgruppe unterstützen den Beifall der Schulgemeinde.

„Da waren früher Bäume, als die Motorsägen in Aktion traten, waren einige Schüler ganz entsetzt: ,Unser Spielplatz ist weg.’ Als der Bagger kam, haben sie sich sofort mit dem Baggerfahrer angefreundet, einige sind sogar mitgefahren“, erinnert sich Florian Schultz aus der Schulleitung an die Aufregung, als die Bauarbeiten begannen. „Danach kamen die großen Betonmischer, schließlich dauerte es länger als geplant, weil die Baustoffe ausverkauft waren. Zum Glück gibt es eine Unterstützung durch die Ikea-Stiftung, da ist es dann nicht so schlimm, dass das Holz teurer wurde“, so der Pädagoge, der die Schüler lobt, die beim Streichen der Bretter für die Verkleidung mithalfen.

Das Werkhaus erhält vier Werkräume mit direktem Ausgang auf den Schulhof, im Obergeschoss ist Platz für je einen Musik- und Kunstraum. Diese Erweiterung kostet rund zwei Millionen Euro, dazu kommt bald die Errichtung eines Verwaltungsanbaus und eines zweiten Treppenhauses, die beide im Sommer 2022 stehen sollen. „Insgesamt investiert die Windrather Talschule mit Kauf am Standort rund sieben Millionen Euro. Davon werden 5,2 Millionen durch Darlehen über teilweise 40 Jahre, der Rest aus Eigenmitteln finanziert“, berichtet Klaus Wagener aus dem Baukreis. „Rund 300 000 Euro Spendenmittel konnten bisher eingeworben werden. Neben der Unterstützung durch Ikea haben Eltern gespendet sowie die Software AG-Stiftung, die Aktion Mensch und die Firma Schmidt, Kranz & Co. GmbH.“

Jetzt beginnt der Innenausbau, Anfang Oktober wird der „Erschließungsbalkon“ geliefert, das ist der Gang vor den Klassen des Obergeschosses. „Danach können das endgültige Dach und die Fassade montiert werden. Wenn die in den Wänden liegenden Installationen fertig sind, werden die Innenwände geschlossen, der Bodenaufbau einschließlich Heizung beginnt. Funktionieren alle Arbeiten gut hintereinander, hoffen wir, im Januar das Werkhaus einweihen zu können“, so Klaus Wagener, der auf ein besonderes Schmuckstück hinweist: Die frisch sanierte Sporthalle, unter anderem mit neuen Lichtbändern auf dem Dach, neuer Beleuchtung, neuem Prallschutz, einem zweiten Notausgang und neuen Geräten. „Die Vereine des Langenberger Sportbundes sind begeistert“, sagt die Schulgebäudemanagerin Ariane Langendorf, die die Sanierung umgesetzt hat.

Mit dem Erweiterungsbau entsteht Platz für die neue Abiturklasse und für das Berufskolleg, das von der Plückersmühle an die Panner Straße umziehen kann. Neben dieser Fachausbildung in Gesundheit und Soziales verfügt die Windrather Talschule über 13 Klassen von der Grundschule bis zum Abitur mit 300 Schülern. Die Freie Waldorfschule wurde 1995 gegründet. „In den Anfängen ging es um die Zusammenarbeit mit den Höfen im Windrather Tal“, erinnert Ruben von Schwanenflügel aus dem Vorstand des Fördervereins an die Bedeutung des landwirtschaftlichen Bereichs.

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