Wülfrath: Wer trägt Schuld für den Personalmangel?

Wülfrath : Wer trägt Schuld für den Personalmangel?

Das Planungs- und Bauaufsichtsamt ist nach Angaben der Verwaltung chronisch unterbesetzt. Projekte werden verschoben.

. Die Stadt Wülfrath sieht sich in Zukunft zahlreichen Baumaßnahmen gegenüber stehen. Eine Mammutaufgabe für das kommunale Planungs- und Bauaufsichtsamt, welches seit dem Weggang der ohnehin erst seit März dieses Jahres neu eingestellten Stadtplanerin unterbesetzt ist. Um die kommenden Projekte zu strukturieren, hat Amtsleiter Stefan Holl gemeinsam mit Kollegen eine Prioritätenliste erstellt, die einen Überblick über die noch im Jahr 2019 anfallenden Aufgaben liefert und zeitgleich weitere Vorhaben in das kommende Jahr schiebt.

„Wir fühlen uns wie eine
halbe Fußballmannschaft“

Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtplanung präsentierte die Verwaltung eben jene Übersicht, die nicht von allen Politikern gleich gut aufgenommen wurde. So zeigte sich besonders Reiner Heinz von der WG verärgert über die Auflistung. „Manche Dinge dauern untragbar lange“, ist er sich sicher und sieht das Ziel „Wohnen in Wülfrath“ in weite Ferne gerückt. Unterstützung gab es wiederum vom Ausschussvorsitzenden Axel Welp (SPD), der die Problematik an der Wurzel packen will. „Der Ärger trifft den falschen Adressaten“, versucht dieser zu vermitteln und appelliert zeitgleich an die vertretende Politik, diesem Zustand mit mehr Personal entgegen zu wirken. Ein Wunsch, den auch Amtsleiter Stefan Holl hegt. „Wir fühlen uns wie eine halbe Fußballmannschaft, die trotzdem angefeuert wird Tore zu schießen und Pokale zu holen.“

Ob eine externe Vergabe möglich sei, um die Projekte trotzdem zeitnah anzuschieben, wollte Stephan Mrstik von den Grünen wissen. Eine Frage, die ihm von Baudezernent Martin Barnat positiv beantwortet wurde. So gab dieser an, dass sogar Gelder für eben diese Fälle angemeldet wurden. Ob eine neue Eingruppierung Sinn machen würde, kommende Mitarbeiter besser an den Standort Wülfrath zu binden, gab Hans- Werner van Hueth zu bedenken. „Kein Amt hat so viel Personalverlust“, weiß der SPD-Politiker. Dass es zu eben diesen Weggängen in der Vergangenheit kam, versuchte Bürgermeisterin Claudia Panke zu erläutern. „Wir versuchen natürlich immer zu hinterfragen, wie es zu einem Weggang kommen konnte“, gibt diese an und sieht die Schuld in dem wenig kollegialen Miteinander zwischen Politik und Verwaltung. „Das hat uns auch die ehemalige Planungsamtsleiterin bestätigt.“

Lange, so hofft Holl, kann es nicht mehr dauern, bis die Stelle der Stadtplanung neu besetzt ist. Anfang des Monats verließ Nadin Wischnack das Team nach halbjähriger Tätigkeit. „Nur drei Tage später war die Stelle bereits neu ausgeschrieben. Wir haben bisher 13 Bewerbungen vorliegen und werden bis Ende des Monats mit sechs Bewerbern Gespräche führen“, so der Amtsleiter, der sich guter Hoffnung zeigte, einen geeigneten Kandidaten auszumachen.

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