Wenn der Postmann gar nicht klingelt

Über die des öfteren sporadische Zustellung in den Außenbezirken erhitzen sich immer wieder die Gemüter. Die Post sieht „kein generelles Problem in Wülfrath“.

Wülfrath. Wer in den Wülfrather Außenbezirken wohnt, wartet nicht selten sehr lange auf seine Post. In den sozialen Netzwerken machen immer wieder User ihrem Ärger Luft, weil dringend erwartete Post nicht eintreffe. „An Samstagen oder Montagen gibt es so gut wie keine Zustellung in den Außenbezirken“, kritisierte Peter Klückmann im Gespräch mit der WZ. Er wohnt in der Nähe der Bergischen Diakonie Aprath.

DHL-Zusteller zu einem Postkunden, der in Düssel wohnt

„Außerdem wechseln die Zusteller praktisch wöchentlich“, so Peter Klückmann weiter. Er habe in den vergangenen drei Jahren 30 bis 40 verschiedene Zusteller erlebt, was die Sache nicht besser mache. Peter Klückmann nennt ein Beispiel: „Die eingeschweißten Prospekte von Real, Kik und Co. (Einkauf aktuell) werden landesweit samstags zugestellt. Nur bei uns kommt nichts an.“

Auf Nachfrage versicherte Rainer Ernzer, Pressesprecher der Post, das Unternehmen habe „kein generelles Problem“ in Wülfrath. „Wir haben genügend Zusteller, damit auch krankheitsbedingte Ausfälle, die natürlich immer wieder vorkommen, kompensiert werden können“, so der Sprecher weiter. Allerdings räumte er ein, dass gebührenreduzierte Sendungen wie eben Einkauf aktuell „Jongliermasse sind, die gegebenenfalls später zugestellt wird, wenn die normalen Postsendungen zur Herausforderung werden“.

Das sei zum Beispiel in den Bereichen Diakonissenweg, Erfurthweg und Oberdüsseler Weg der Fall. Da montags keine gebührenreduzierten Sendungen zugestellt werden, wäre dies dann dienstags der Fall. Warum nicht montags? „Wenn unsere Zusteller mit gebührenreduzierten Sendungen in jede Ecke laufen müssen, ist das nicht wirtschaftlich“, so die Erklärung des Sprechers.

Der Montag wiederum sei der schwächste Tag, an dem nicht einmal fünf Prozent der Wochenpostmenge anfalle. „Sie bekommen montags nur einem Brief, wenn er samstags verschickt worden ist“, betonte Rainer Ernzer. Tatsächlich werde die meiste Post freitags versandt, weil Firmen, Behörden und Institutionen an diesem Tag meistens „ihre Schreibtische leeren“. Private briefe gebe es in Zeiten der elektronischen Nachrichten immer weniger.

Eine Erklärung, warum samstags in den Wülfrather Außenbezirken wenig Post zugestellt werden soll, hat Rainer Ernzer nicht. Die normalen Postsendungen hätten Priorität und müssten ankommen. Wenn nicht, müsse man dem achgehen.

Dass auch die Paketzustellung in den Außenbezirken mitunter hakt, stellte ein WZ-Leser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, erst kürzlich fest (Name der Redaktion bekannt). Er erhielt von DHL per E-Mail die Ankündigung, dass sein Paket am Dienstag zwischen 9.30 und 13.30 Uhr zugestellt werden sollte. Als er den Zusteller auf die Lieferung ansprach, erwiderte dieser zum Erstauen des Postkunden: „Ich habe heute nicht das große Fahrzeug bekommen. Kann sein, dass Sie Ihr Paket morgen oder übermorgen bekommen.“ Tatsächlich erfolgte die Zustellung am Freitag. Der Leser wohnt übrigens in Düssel.

Mehr von Westdeutsche Zeitung