Wülfrath : Wenig Resonanz auf Lieferservices

Mit alternativen Angeboten versuchen die Gastronomen in Wülfrath, ihre Kunden auch weiterhin mit ihren Speisen zu verköstigen. Die Reaktionen fallen jedoch verhalten aus.

Eine Berufsgruppe, der die Corona-Krise besonders zu schaffen macht, ist die Gastronomie. Die Gäste bleiben seit Inkrafttreten des Kontaktverbotes aus, die Restaurantbereiche sind geschlossen. Die Gastronomen bieten als Alternative Lieferdienste und Abholservices an. Doch wird dieses Angebot von den Bürgern angenommen?

Rosana Mirt-Memedoska, Inhaberin des Steakhauses „El Rancho“ an der Kruppstraße, verzeichnet wenig Resonanz. „Der Service wird sehr wenig angenommen, die Menschen haben Angst vor einer Ansteckung und kochen lieber selbst“, ist sich die Gastronomin sicher. Mit den geringen Einnahmen kann die Unternehmerin ihre Fixkosten nicht decken. Bewirtet sie sonst bis zu 150 Gäste am Wochenende in ihrem gemütlichen Restaurant, ist die Nachfrage derzeit auf zwei Prozent heruntergefahren. „Das ist eine totale Katastrophe, unsere Existenz ist immens bedroht, und wenn dieser Zustand noch länger anhält, muss ich den Laden ganz schließen.“

Frank Hamann von den Kutscherstuben in Düssel hat sein Restaurant gar nicht erst geöffnet. „Wir möchten erst einmal den 19. April abwarten und schauen, ob die Sperre über die aktuelle Frist hinausläuft“, erklärt Mitarbeiter Michael Veit. Derzeit nutzt das Team der Kutscherstuben die Zeit für Renovierungen. „Wenn sich eine längere Kontaktsperre abzeichnet, werden wir uns ebenfalls Alternativen überlegen müssen“, ist sich Michael Veit sicher. „Fraglich ist jedoch, ob die Menschen in Düssel einen Lieferservice annehmen würden.“

Das Grillparadies in Wülfrath hat auch schon vor der Corona-Krise einen Lieferservice angeboten. „Unser Kerngeschäft fand aber im Restaurant selbst statt“, sagt Inhaber Andoni Alexiou. Gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn hält er den Laden derzeit aufrecht. Der Personalaufwand hat durch den Lieferservice und die Abholung zugenommen. „Eine Person muss für die Abholung an der Tür bereitstehen, eine weitere Person ausliefern. Und der Mitarbeiter, der in der Küche steht, sollte keinen Kontakt zum Kunden haben“, erklärt der Gastronom die Anforderungen, die mit der aktuellen Krise einhergehen. Seine Eltern, die sonst im Familienbetrieb aktiv mitarbeiten, bleiben derzeit zuhause. „Sie wollen und sollen sich nicht anstecken“, so Alexiou. Die Anforderungen sind gestiegen, der Umsatz aber um ein Drittel gesunken. „Zunächst war vielen Menschen nicht klar, ob die Restaurants weiterhin öffnen dürfen. Erst als Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Ansprache darauf hinwies, wurde der Umsatz bei uns etwas besser. Die Werktage sind aber noch immer schlecht frequentiert.“ Um auf sich aufmerksam zu machen, nutzt Andoni Alexiou die Zeitung, Soziale Medien und auch das Radio.

Georgios Chatzisavvidis vom griechischen Restaurant Makedonia Palace an der Goethestraße macht ebenfalls im Internet auf seine Gastronomie aufmerksam. Obwohl die aktuellen Einnahmen die Fixkosten nicht decken, bringt eine komplette Schließung in den Augen des Inhabers nichts. „Ich habe laufende Kosten zu bezahlen. Da kann ich mir eine komplette Schließung nicht erlauben.“ Mit der Kontaktsperre verzeichnet der Gastronom allerdings steigende Lieferaufträge. Er erläutert: „Am Wochenende hatten wir schon einige Anrufe. Nur die Werktage sind noch verhaltener. Waren es vor der Krise rund 30 Speisen, fertigen wir jetzt sieben bis acht Essen unter der Woche an.“

Hauptsächlich Stammgäste nutzen den Service, den Georgios Chatzisavvidis im Großraum Wülfrath anbietet. Er stellt fest: „Es ist uns lieber, wenn wir die Speisen ausliefern können, anstatt die Kunden vor dem Laden zu bedienen. Das minimiert die Ansteckungs­gefahr.“