Wechselschüler: Ungewisse Zukunft

Im Schulausschuss wurde deutlich, dass noch nicht gesagt werden kann, wo die wohl neun Schulformwechsler unterkommen können.

Wülfrath. Die „Sicherstellung der Beschulung aller Schüler zum Schuljahr 2018/2019“ stand auf der Agenda des Schulausschusses im großen Sitzungssaal des Rathauses. Im Fokus waren die Schulformwechsler, in diesem Fall also Schüler, die das Gymnasium nach der Erprobungsstufe nach Klasse 6 verlassen müssen. Die endgültige Zahl steht zwar erst am 26. Juni fest, dann finden am Gymnasium die Konferenzen für die sechsten Klassen statt und es entscheidet sich, wer wiederholen kann oder diese Schulform verlassen muss, aber die von der Verwaltung genannte Zahl „sechs Schulformwechsler sicher, drei wahrscheinlich“, zeigt, was auf die Sekundarschule zukommen könnte. Vergangenes Jahr war die Stadt von der Bezirksregierung wegen 15 Schulformwechslern angewiesen worden, eine Überhangklasse an der Sekundarschule einzurichten.

Die Sekundarschule war durch die kommissarische Schulleiterin Susanne Büttner vertreten. Sie beschrieb dem Gremium, dass die Klassen jetzt schon voll seien, die Inklusionsklasse sogar überbelegt. Außerdem beklagte sie den Lehrermangel. So habe die Sekundarschule von sechs ausgeschriebenen Stellen nur eine besetzen können, weil es keine Bewerber gab. Frieder Winterberg, Leiter der Theodor-Heuss-Realschule, pflichtete seiner Kollegin bei und sagte mit Blick auf die Klassengrößen: „Es fehlt an einem kompletten Zug.“ Die Sekundarschule hatte zudem vom Kreis Mettmann zwei Schüler für die Jahrgangsstufe neun zugewiesen bekommen.

Ein weiteres Problem beschrieb Steffi Reuter, Erprobungsstufenleiterin des Gymnasiums. Die Lehrer müssen Eltern, deren Kinder die Schulform wechseln müssen, beraten, unter anderem welche Schulform geeignet ist und nicht zuletzt, wo es die Angebot gibt. „Welche Auskünfte können wir geben?“, fragte sie an die Verwaltung gerichtet. Die Antwort von Dezernentin Michaele Berster: „Leider noch keine, bis die genauen Zahlen feststehen.“

Beim Landesprogramm „Gute Schule 2020“ votierten die Mitglieder des Schulausschusses einstimmig für zwei Beschlüsse. „Die Verwaltung wird beauftragt, die als Anlage aufgeführten Maßnahmen in den Schulen im Jahr 2018 durchzuführen und hierfür die Mittel aus dem Landesprogramm ,Gute Schule 2020’ anzufordern.“ Dabei geht es um die Verwendung der Mittel, welche Schule was bekommen soll (die WZ berichtete). „Weiterhin wird sie beauftragt, soweit noch nicht erfolgt, gemeinsam mit den Schulen ein Konzept zur optimalen Verwendung der Fördermittel ,Gute Schule 2020’ für 2019/20 zu erstellen und dieses zu den Haushaltsberatungen 2018/19 vorzulegen.“ Die Antworten gibt es im Herbst.

Der Ausschussvorsitzende Martin Sträßer (CDU) berichtete, dass die schwarz-gelbe Landesregierung für das kommende Schuljahr 600 neue Stellen für Sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangsphase der Grundschule geschaffen hat. „Die Stellen für Sozialpädagogische Fachkräfte an den Grundschulen im Kreis Mettmann werden zum kommenden Schuljahr fast verdoppelt. Sie steigen um weitere 15 auf 31 Stellen“, so Sträßer. In Wülfrath wird für alle drei stätischen Grundschulen, Lindenstraße, Ellenbeek und Parkstraße, jeweils eine Stelle ausgeschrieben. „Sozialpädagogische Fachkräfte sind keine Hilfskräfte, sondern wichtige Mitglieder im Team der Schule, die täglich die Bildungsbiografie des Kindes positiv beeinflussen können. Gemeinsam mit dem Kind stellen sie dessen Fähigkeiten fest und nutzen diese, um kompensatorische Prozesse und Entwicklungen anzustoßen,“ erklärte Martin Sträßer in einer Mitteilung.