Wülfrath: Wasserwelt bleibt noch länger Baustelle

Wülfrath : Wasserwelt bleibt noch länger Baustelle

Im Hallenbad wird die Akustikdecke und die Beleuchtung erneuert, im Eingangsbereich der Brandschutz auf Vordermann gebracht.

. Mindestens bis Mitte Mai bleibt die Wülfrather Wasserwelt noch eine Großbaustelle. Gut möglich, dass es eher noch eine Woche länger dauert. Im Hallenbad wird seit dem 16. April daran gearbeitet, eine neue Akustikdecke einzubauen. Dabei wird auch gleich die Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Gleichzeitig muss im Eingangsbereich wegen verschärfter Brandschutzbestimmungen die Decke und die darunter liegenden Verkabelungen erneuert werden. Dass im Sanitärbereich zudem noch Wartungsarbeiten laufen, fällt da schon kaum noch ins Gewicht. Die Sporthalle Goethestraße bleibt für den Schul- und Vereinssport gesperrt. „Geplant ist, dass der Hallenbetrieb wieder am 6. Mai starten kann“, sagt Architektin Sandra Leidig-Diekmann vom Hochbauamt der Stadt. Sie informierte am Mittwoch mit Wasserwelt-Betriebsleiter Gerd Höhndorf auf der Baustelle über den Stand der Arbeiten.

Die haben am 16. April, nachdem am Vorabend der Wettkampf wieder einmal zugunsten der Schwimmer aus der Partnerstadt Ware entschieden war, begonnen. Das Wasser wurde aus dem 25-Meter-Edelstahlbecken abgelassen und das dort installierte Gerüst mit Spanplatten verplankt, um eine ebene Arbeitsfläche zu erhalten, auf der wiederum ein fahrbares Gerüst verschoben werden kann.

Die Aufhängung der Decke
war teilweise stark verrostet

Der Lärmschutz im Schwimmbad muss in Abstimmung mit dem Amt für Arbeitsschutz des Kreies Mettmann verbessert werden. „Die alte Akustikdecke ist schon seit dem Jahr 2000 nicht mehr drin. Auf einen direkten Ersatz hatte man mit Blick auf die stellenweise stark verrostete Aufhängung verzichtet“, erinnert sich Betriebsleiter Gerd Höhndorf auch deshalb so gut, weil er die Decke eigenhändig demontiert hat. Auch die Tatsache, dass die Stadt Wülfrath häufiger im Haushaltssicherungskonzept steckte, mag ursächlich für die Verschiebung des Ersatzes gewsen sein. „Messungen eines Fachinstituts haben aber ergeben, dass der Geräuschpegel im Bad den zulässigen Gernzwert von 80 Dezibel häufig überschreitet und es hier einen Ping-Pong-Effekt zwischen den Seitenwänden gibt“, erklärt Sandra Leidig-Diekmann, warum der Druck auf die Stadt inzwischen gewachsen ist.

Die neue Akustikdecke mit einem Meter Randabstand wird aus 1,20 Meter mal 60 Zentimeter großen schallschluckenden Platten zusammengesetzt. Sie soll laut der Architektin die Lärmbelästigung für die Badegäste und die derzeit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Wasserwelt um deutlich wahrnehmbare drei Dezibel absenken. Die Kosten sind mit 60 000 Euro veranschlagt.  Für weitere 20 000 Euro wird in einem Zug die mehr als 20 Jahre alte Neonröhren-Beleuchtung auf stromsparende LED-Technik umgestellt. „Diese Lampen können dann auch gedimmt werden“, sagt Gerd Höhndorf.

Auch im Duschbereich sind Handwerker jetzt voll beschäftigt. Routinemäßig werden kaputte Fliesen ersetzt und Silikonfugen erneuert. „Außerdem bröselte dort der Akustikputz von der decke. Er wird ganz heruntergeholt und ersetzt“, erklärt der Betriebsleiter. Ist das Becken wieder zugänglich, soll dort noch die Verkabelung der Unterwasserbeleuchtung getauscht werden.

„Vier Wochen, also bis Mitte Mai, sind für diese Arbeiten geplant. Es kann aber sein, dass wir noch eine Woche dranhängen müssen“, sagt Sandra Leidig-Diekmann. Überraschungen gibt es schließlich auf einer Baustelle immer wieder.

Ein Beispiel dafür stellt sie wenig später bei der Baustellen-Führung im Erdgeschoss vor. „Ich habe ja mit vielen Kabeln gerechnet, aber mit so einem Gewirr nicht“, sagt Leidig-Diekmann als sie im Eingangsbereich nach oben schaut. Dort ist ein Elektriker gerade damit beschäftigt das Kabelgewirr zu ordnen. Die städtische Architektin schätzt, dass er mindestens noch 14 Tage damit beschäftigt sein wird. Ergebnis einer Brandschutzprüfung im Oktober 2018 war: Die Holzdecke muss raus und die Leitungen sortiert durch neue Kabelkanäle gezogen werden, damit die Fluchtwege den verschärften Bestimmungen genügen. Erst danach wird es eine neue Decke geben. „Was das Ganze kostet, kann ich nicht sagen, die Auschreibungen laufen gerade“, so Sandra Leidig-Diekmann auf Nachfrage.

Mehr von Westdeutsche Zeitung