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Wülfrath: Was Wülfrath im Juni und Juli bewegte

Wülfrath : Was Wülfrath im Juni und Juli bewegte

Jahresrückblick 2019 Im Sommer war viel los in der Kalkstadt.

Juni

Die Kalkstädter bejubeln ihren Podetsplatz: Bei der Deutschen Meisterschaft der Spielleutemusik holte der Verein den dritten Platz in der Ersten Liga der Flötenorchester.

Der Kreis Mettmann lehnt die Übernahme der Trägerschaft für das erdgeschichtliche Museum Zeittunnel ab. Wülfrath soll das Problem der Fortführung des Betriebs über 2020 hinaus selber lösen. Die Hoffnungen ruhen nun darauf, dass der Förderverein in die Bresche springt.

Die vom Bürgerverein Wülfrath angemahnte bessere Busanbindung des S-Bahnhofs Aprath lässt weiter auf sich warten. Aus Sicht des Kreises Mettmann und der Wuppertaler Stadtwerke ist die derzeitige Fahrgastauslastung nicht gut genug um den Takt zu erhöhen.

Die Tafel für Niederberg der Bergischen Diakonie feiert ihr 15-jähriges Bestehen und lädt zum Essen an langer Tafel auf den Platz vor der Kreissparkasse Am Diek ein. 45 000 Besuche wurden seit der gründung am Standort Wülfrath gezählt.

Der zweite Bauabschnitt für den Kreisverkehr Mettmanner/ Flandersbacher Straße startet mit gut einwöchiger Verspätung. Die Bauarbeiten wechseln die Seite. Gründe sind das schlechte Wetter, aber auch Materialfehler. Die neue Fahrbahndecke muss zwischenzeitlich wieder entfernt werden.

In einem offenen Brief an Bürgermeisterin Claudia Panke und bei einer Pressekonferenz vor Ort, macht die Bürgerinitiative Düssel-West ihrem Unmut über das im neuen Regionalplan Düsseldorf vorgesehene Baugebiet für bis zu 800 Neu-Düsseler. Die Anwohner halten die Planung für überdimensioniert und nicht umweltverträglich.

30 Teilnehmer erleben bei sommerlichen Temperaturen die Premiere des Rundgangs „Rohdenhaus – Altes neu erleben“. Hauptorganisator Heiko Beneke und das Rohdenhauser Urgestein Karl Padurschel bieten einen Mix aus Stadtteilgeschichte und Anekdoten sowie den abschließenden Besuch der Rocker vom Motorradclub „MC Honour Germany“ in der ehemaligen Gaststätte „Höhenstübchen“. Tobias Struck („Bildfabrik“) filmt das Ganze.

Behalten oder verkaufen? Das ist wieder einmal die Frage als es in gemeinsamer Sitzung von drei Fachausschüssen um das ehemalige VHS-Haus Wilhlemstraße 189 geht. Die Stadtverwaltung schlägt vier Varianten vor, wie das Gebäude in städtischem Besitz genutzt werden könnte: Einzug der Medienwelt, und des Stadtarchivs, Unterbringung des Niederbergischen Museums, ein Vereins- und Kulturhaus, oder die Nutzung in der Großtagespflege für 30 Kleinkinder. Die Sanierungskosten werden auf 1,8 bis 2,5 Millionen Euro geschätzt. 70 Prozent des Geldes könnte als Fördergeld fließen. Vor allem die CDU ist wenig begeistert, will lieber verkaufen. Die Entscheidung wird in den Rat vertagt.

Die Hitze macht den Sängern beim fünften Freundschaftssingen des MGV Sängerkreises am Zeittunnel zu schaffen. Drei der neun geladenen Chöre sagen kurzfristig ab.

Im Niederbergischen Museum sind jetzt die Fotos des Lokaljournalisten Ernst „Erni“ Erbach in einer Ausstellung zu sehen, die Wülfrath in den 60er und 70er Jahren zeigen.

Stadt, Bürgerverein und BUND tauschen sich nach einem offenen Brief über Möglichkeiten der besseren Anbindung des S-Bahnhofs Aprath aus. Ergebnis: Auch ein Ortsbus mit einem anderen Betreiber als den WSW oder ein mit VRR-Ticket nutzbarer Taxibus kommen in Betracht, um den Ein-Stunden-Takt der Linie 601 zu erhöhen.

Die Sekundarschule, Schule am Berg, verabschiedet feierlich die 78 Absolventen ihres ersten Entlassjahrgangs.

Juli

Der Metallbauhandel MTC des Unternehmers und FCW-Vorsitzenden Michael Massenberg erhält bis 2021 die Namensrechte für die Sporthalle Fliethe.

Die Straßenausbaubeiträge sind wieder Thema: Im Haupt- und Finanzausschuss listet die Verwaltung fünf Projekte seit 1986 auf, bei denen Anlieger mit zusammen mit etwas mehr als 302 000 D-Mark beziehungsweise einmalig 58 000 Euro beteiligt worden sind.

Das Schlupkothener Festival ersetzt nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren das Spektakel am Komm-Center. Bei dem neuen Open-Air gibt es an beiden Tagen kein Nachmittags-Bandprogramm mehr.

Geschäftsleute und Bürger beklagen bei der Befragung zur Innenstadtentwicklung unter anderem, dass es an einem Ankermieter fehlt, der mehr Laufkundschaft ins Zentrum zieht. Die erste karibische Nacht, mit Samba-Show und Cocktails in der Fußgängerzone, ist ein guter Anfang für das Vorhaben der Werbegemeinschaft Wülfrath pro, die City zu beleben.

Mehr als 100 junge Demonstranten von „Fridays for Future“ fordern vor dem Rathaus das Ausrufen des Klimanotstands für Wülfrath. Vergeblich, die Verwaltung und Ratsmehrheit sehen die Stadt beim Klimaschutz auf einem guten Weg, die Erfolge seien nur zu schlecht kommuniziert worden.

Ausstellungsbesuch ist Teil des Lehrplans: Die Sekundarschule schließt einen Kooperationsvertrag mit dem benachbarten Niederbergischen Museum.

Eine Lösung für die Zeittunnel-Trägerschaft kommt in Sicht: Der Förderverein prüft die Übernahme durch eine noch zu gründende Genossenschaft.

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde lässt die Fassade der im August 2001 eröffneten Hundertwasser-Kindertagesstätte „Düsseler Tor“ sanieren. Für die Arbeiten in zwei Bauabschnitten kalkuliert die Gemeinde mit Kosten von 300 000 Euro.

Arbeiterwohlfahrt, Stadt, Kirchen und Freiwilligen Forum planen den ersten Weihnachtsbrunch für Alleinstehende und suchen Helfer.

Die Bauern und das Vieh warten auch in der Kalkstadt sehnlich auf Regen. Die Böden haben sich vom Jahrhundertsommer 2018 längst noch nicht erholt.

Der Steinbrecher am Bruch Prangenhaus zermalmte rund 60 Jahre lang Kalkgestein. Seit zwei Jahrzehnten wird der Koloss nun nicht mehr gebracht und Lhoist lässt ihn abreißen, auch er weicht der Erweiterung des Abbaugebietes Silberberg.

Die Stadt informiert beim Bürgerverein Düssel über die Tücken der mehr als 200 000 Euro teuren Kanalsanierung in der Dorfstraße. Ende August sollen die Arbeiten im ersten Abschnitt im Dorf erledigt sein, doch Fortsetzung folgt: Im Frühjahr 2020 soll es im Straßenteil gegenüber der Kreissparkassenfiliale weitergehen.

Laura Brunswig (30) schwingt nun als musikalische Leiterin den Taktstock als Nachfolgerin von Tanja Bohn beim Musikverein Kalkstädter.

Die Stadt gibt bekannt, dass das vierteilige Open-Air-Kinovergnügen unter dem neuen Namen „Tunnelkino“ und mit dem neuen Partner Big Cinema im September am Zeittunnel fortgesetzt wird. Erstmals können die Besucher einen Familienfilm per Online-Abstimmung auswählen.

Nach der Ankündigung, den Standort Wülfrath von Knorr Bremse 2020 zu schließen, erklärt die Geschäftsführung die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan für gescheitert. Die Einigungsstelle soll den Streit zwischen Konzern und IG Metall schlichten.