Wülfrath : Was lehrt die Corona-Krise?

Welche Themen rücken angesichts der aktuellen Stagnation aus politischer Sicht in den Mittelpunkt? Die WZ fragte nach.

Die Corona-Krise wird schon jetzt in den Medien als Zeit des Umbruchs bezeichnet. Auch aus politischer Sicht kann die aktuelle Situation zu einem Umdenken in Bezug auf festgelegte Ziele führen. Hat die Pandemie bei den Wülfrather Ratsfraktionen zu einer Verlagerung der Schwerpunktthemen geführt? Die WZ fragte nach.

„Die Corona-Pandemie wird bei der Ausgestaltung der Schwerpunktthemen nicht außen vor bleiben. Allein schon deswegen, weil davon ausgegangen werden muss, dass insbesondere bei den Gewerbesteuereinnahmen ein weiterer Einbruch zu befürchten ist. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen durch zusätzliche Gewinnung von Gewerbetreibenden, vorzugsweise innovativen Start-ups, steht daher auch die Frage der Überlebensfähigkeit und Unterstützung der Wülfrather Geschäftswelt auf der Agenda“, fasst Jürgen Merrath, Vorsitzender des FDP-Ortsverbands, zusammen.

Und auch CDU-Bürgermeisterkandidat Andreas Seidler stellt eine deutliche Prognose auf. „Die Themen Finanzen und Digitalisierung werden noch wichtiger. Bei der Finanzierung sind wir zukünftig mehr denn je auf Hilfe von Bund und Land angewiesen, so wie es jetzt in der Krise gerade auch geschieht. Bei der Digitalisierung müssen wir das Tempo erhöhen: flächendeckendes Breitband, digitales Rathaus und digitale Schulen.“

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wolfgang Preuß hält es für unabdingbar, den Haushalt im Auge zu behalten. „Wir werden uns viel intensiver mit dem Haushalt beschäftigen müssen. Das Ausmaß ist noch nicht absehbar“, lautet die Aussage des Sozialdemokraten.

Peetz (WG) lobt Verwaltung für ihre Arbeit in der Krise

Dass das Thema Digitalisierung durch Corona beschleunigt wird, dessen ist sich Wolfgang Peetz von der Wülfrather Gruppe sicher. „Und die Krise zeigt, wie wichtig eine personell gut aufgestellte Verwaltung ist“, so der Politiker. „Die Stadtverwaltung leistet in der Krise einen hervorragenden Job.“ Die Finanzen nach der Pandemie schätzt Peetz ebenfalls als „erdrückend“ ein.

„Deutschland wird nach dieser Krise digitaler sein“, mutmaßt Stephan Mrstik von Bündnis 90/Die Grünen. In der jüngsten Ratssitzung im Paul-Ludowigs-Haus haben sich die Fraktionen für die Schaffung einer Stelle eines Digitalisierungsbeauftragten ausgesprochen. „Ein Thema, um das wir uns auch schon vor der Krise gekümmert haben“, stellt Mrstik fest. Ilona Küchler (Die Linke) wiederum sieht sich in ihrer Aussage bestätigt, dass die Globalisierung nicht ausschließlich Vorteile bereithält. „Produktionen müssen auf den regionalen Markt verlagert werden. Auf diese Form der Bestätigung hätte ich aber verzichten können“, sagt die Politikerin.