Wülfrath : Ware: Festakt im September abgesagt

Das große Fest zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Ware soll nun im Frühjahr 2022 in England stattfinden.

. „Wir hatten geplant, vom 17. bis 19. September das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Ware groß zu feiern. Am 17. September wollte der neue Bürgermeister von Ware, Ian Kampa, unseren Bürgermeister Rainer Ritsche empfangen. Daraus wird vorerst nichts.“ Petra Weskott, die zusammen mit Arnaud Aumont den Freundeskreis Städtepartnerschaften organisiert, musste dieses Vorhaben nun schweren Herzens im Rahmen einer Pressekonferenz im Eiscafé Paciello absagen. Das Fest soll jetzt in den Frühling 2022 verschoben werden.

„Nachdem die Coronazahlen in England bereits im Mai wieder gestiegen sind, hat sich damals bei uns niemand gemeldet, der mitfahren wollte, alle hatten Angst“, berichtete Petra Weskott. Die rund 50 Mitglieder waren zuvor angeschrieben worden, wer beim Besuch in der Partnerstadt dabei sein möchte. Später hatten sich rund 20 Personen gemeldet, darunter auch der Gastronom Vito Paciello, die mit einem Bus die acht- bis zehnstündige Reise ins 635 Kilometer entfernte Ware antreten wollten. Auch Rainer Ritsche, mit dem Petra Weskott Anfang des Jahres über das Thema gesprochen hatte, habe eine Busfahrt einem Flug in die Partnerstadt vorgezogen. Zudem wollten noch mehrere Mitglieder des Freundeskreises Städtepartnerschaften mit dem Privatwagen anreisen.

„Bereits seit dem vergangenen Herbst war das Fest immer wieder auf der Kippe“, so Petra Weskott. Die nun um sich greifende Delta-Variante des Coronavirus tat ihr Übriges. „Das ist auch eine Verantwortung für uns. Im Freundeskreis Städtepartnerschaften sind vor allem ältere Leute. Wir wollen nicht, dass sich jemand auf der Reise ansteckt“, erklärte Arnaud Aumont. Damit waren die monatelangen Bemühungen endgültig auf Eis gelegt.

Die Zeit bis zum kommenden Frühling wollen beide nutzen, um die Werbetrommel für den Austausch zu rühren – und um finanzielle Unterstützung zu bekommen. Der vom Freundeskreis Städtepartnerschaften geforderte Zuschuss in Höhe von 500 Euro vom Stadtkulturbund sei vom Vorstand abgelehnt worden. „Ingo Wünsch hat mir gesagt, dass wir unsere Gemeinnützigkeit nicht nachgewiesen hätten. Das hat mich schon geärgert“, schimpft Petra Weskott. Sie hofft nun, dass es einen Zuschuss aus dem jüngst beschlossenen 5000-Euro-Topf für Städtepartnerschaften gibt. Aber: „Ich weiß nicht, wer in der Verwaltung für uns zuständig ist, wir haben keinen festen Ansprechpartner“, so Petra Weskott.

Gerade ein solcher Ansprechpartner sei aber wichtig, um zukünftige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Uli Erbach vom Trägerverein des Niederbergischen Museums habe zum Beispiel Petra Weskot angesprochen, ob sie eine Ausstellung zum Jubiläum der Partnerschaft mit Ware veranstalten wolle. Im Keller des Museums befinden sich viele Andenken aus den vergangenen 50 Jahren der Städtepartnerschaft und reichlich Gastgeschenke. „Wir können eine solche Ausstellung aber nicht kuratieren, das übersteigt unsre Möglichkeiten“, bekräftigt Petra Weskott, die bei Unterfangen wie diesem auf städtische Hilfe angewiesen ist. „Am besten vom Kulturamt.“