Velbert : Von Kopf bis Fuß gefahrlos feiern

Verbraucherzentrale in Velbert gibt Schmink- und Kostümtipps für die tollen Tage.

Sich als Gruselclown, Eiskönigin oder Drag Queen in den Karneval zu stürzen, ist in diesem Jahr schwer angesagt. Do-it-Yourself-Kostüme und Vintage-Unikate aus dem ­Second-Hand-Laden animieren Verkleidungskünstler zu fantasievollen Kreationen. Doch keine Maskerade ohne Schminke: Fabelwesen, Emojis oder Monster verwenden gern viel Farbe, um ihr Outfit närrisch zu verändern. „Doch Farb- und Konservierungsstoffe in der Schminke oder schädliche chemische Substanzen in Kostümen können die Haut empfindlich reizen“, warnt Andreas Adelberger, Leiter der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW an der Friedrichstraße 107. Adelberger hat Tipps, wie an den tollen Tagen ein buntes und bedenkenloses Treiben ohne Blessuren für Haut und Organismus gelingt.

Karnevalskostüme können giftige Stoffe enthalten, die Haut und Schleimhäute reizen oder Allergien auslösen. Vor dem Tragen sollten Outfits aus dem Kostümhandel erstmal gewaschen werden. Leggings und T-Shirts drunter halten nicht nur warm, sondern schützen auch vor direktem Hautkontakt. „Auch wenn es im Karneval heiß hergeht: Beim Tragen von Kleidung und Perücken aus Kunstfasern sollten Narren auf einen Sicherheitsabstand zu Funken und Feuer achten, weil ihre synthetische Kostümierung leicht entflammbar ist“, so der Verbraucherschützer.

In Plastik-Schwertern, Kunststoff-Flügeln, Masken oder Klebe-Tattoos können sich Lösemittel, Weichmacher oder andere Schadstoffe befinden. Adelberger rät: „Einige lassen sich schon am Geruch erkennen. Also erstmal schnüffeln: Wenn das Kostüm-Beiwerk oder die Körper-Sticker stark nach Kunststoff oder Chemie riechen, sollten Jecken ihre Haut besser vor solchen bunten Accessoires verschonen.“

Wie bei optischen Sehhilfen ist auch bei spaßigen Kontaktlinsen sorgfältige Hygiene notwendig, um Infektionen der Augen zu vermeiden. Die Hornhaut des Auges kann bei längerem Tragen durch Sauerstoffmangel geschädigt werden. Jecken sollten bunte Kontaktlinsen also nur kurzzeitig tragen. Speziell geformte Pupillen, wie etwa Katzenaugen, können das Sichtfeld einschränken.

Wer Karnevalsschminke mit Mineralölen wie Paraffin oder Petrolatum auf die Lippen aufträgt, verschluckt oftmals schädliche Substanzen, die sich im Körper anreichern können und teilweise unter Krebsverdacht stehen. Schminke als zertifizierte Naturkosmetik ist dagegen frei von Mineralölen, Silikonen, synthetischen Farbstoffen und vielen anderen Inhaltsstoffen, die Haut und Umwelt belasten können. „Zu erkennen ist Naturkosmetik etwa am BDIH- oder dem Nature-Siegel, das ein Frauengesicht im Profil zeigt. Mittlerweile werden die Farben in Bio-Läden und in Drogeriemärkten angeboten. Aquafarben sind hautfreundlicher als solche auf Fettbasis, denn sie verstopfen die Poren nicht und lassen sich auch leichter abschminken“, sagt Adelberger.

Glitzer fürs Gesicht besteht aus Plastikteilchen, die nach den tollen Tagen als Mikroplastik in der Umwelt landen. „Glitter aus dem Bio-Kunststoff Polymilchsäure (PLA) wird oft als biologisch abbaubar bezeichnet. Doch gegenüber sonstigem Plastik gibt’s bezüglich der Anwendung kaum einen Vorteil, da auch der Bio-Kunststoff in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut wird“, weiß der Beratungsstellenleiter. Nach der Maskerade sollten Glitter und Schminke nicht einfach abgewaschen werden, sondern mit einem Papiertuch abgewischt und im Restmüll entsorgt werden. Was für Kunststoff-Glitzer gilt, betrifft auch Konfetti: Dieses sorgt ebenfalls für ein jahrhundertelanges Nachspiel, wenn er aus Plastikschnipseln besteht. HBA