Neviges-Premiere des bergischen Kulturfestivals : Überraschung beim Viertelklang

Erfolgreiches Projekt mit vielen Musikrichtungen gab es jetzt erstmals in Neviges.

„Unser Anliegen ist es, dass anlässlich des Domjubiläums die Menschen mit Viertelklang Neviges besser kennen lernen“, so der Bürgermeister, der zu einem schönen Rundgang durch die Stadt einlud. Das Interesse an der Veranstaltung war bereits im Vorfeld groß, knapp 300 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt, die an der improvisierten Abendkasse in dem Pavillon am Brunnenplatz in die rosafarbenen Einlassbändchen eingetauscht wurden. Organisatorin Anja Franzel freute sich nicht nur über das große Interesse im Vorfeld, sondern auch über das „Traumwetter“, das viele weitere Besucher anlockte.

Unter freiem Himmel fanden drei Konzerte auf dem Klostervorplatz statt, die evangelische Stadtkirche mit ihrer barocken Kanzel wurde zur passenden Kulisse von Musik des 17. Jahrhunderts, zuvor gab es exotische Klänge aus Afrika, vorgetragen von bodenständigen Sängern aus dem bergischen Städtedreieck, zu später Stunde wurde es jazzlastig.

Wer sich an die ehemals sehr ungepflegte Empfangshalle des Bahnhofes erinnern kann, wird erstaunt den Wandel zum Veranstaltungssaal festgestellt haben, in dem so richtig die Post abging, unter anderem mit der Gruppe „Wide Eyes“, die ihre Wurzeln in der Reihen der Musik- und Kunstschule hat und seit 15 Jahren mit Coverversionen von Balladen bis Hardrock das Publikum bestens in Stimmung bringt. Zwischen dem alten Trödel im Nostalgiecafé wurde die Vergangenheit wieder lebendig.

Es ging es zunächst besinnlich mit passender Musik zu der Prosa und Lyrik von Christian Morgenstern zu, bevor tanzbare Musik traurige Einfältigkeit vertrieb, zum Schluss sorgte eine 39 Jahre alte Formation aus dem benachbarten Wuppertal für richtig tolle Stimmung. Im Graf Hardenberg stellte die Velberter Singer-Songwriterin poetische Bilder vor, gefolgt von unkonventioneller Kammermusik. Zu Beginn wurde es lLeidenschaftlich italienisch, als Antonella D´Orio temperamentvoll von Liebe, Sehnsucht und Leidenschaft sang.

„Ich finde das Konzert richtig gut“, begeisterte sich Hildegard Frewer aus Kupferdreh. Die ganze Veranstaltung fand sie prima. „Ich kenne das bereits aus Langenberg. Hier in Neviges gibt es kurze Wege, man kann sich sein Programm selber zusammenstellen. Schön ist es, sich überraschen zu lassen, auch wenn eine Station ein Flop ist, das gehört da.“ „Dann geht man einfach wo anders hin“, bemerkt die Freundin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Was die beiden Musikliebhaberinnen sauer aufstieß, war die Tatsache, dass bei den Festivaltickets die kostenlose Nutzung aller VRR-Tickets in die Nachbarorte inbegriffen war, aber nicht nach Essen. „Von Kupferdreh bis Neviges sind es gerade mal drei Station, aber Essen ist nicht dabei, dafür aber das weit entfernte Breckerfeld.“