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Vermeintliche Paketdienst-SMS täuschen Handy- und Smartphone-Nutzer

Velbert : Vermeintliche Paketdienst-SMS täuschen Handy- und Smartphone-Nutzer

Velberter Verbraucherschützer beschäftigen sich vermehrt mit einer neuen Abzocke-Masche.

Viele Handy- beziehungsweise Smartphonenutzer werden gerade von einer SMS-Flut belästigt. Die Kurzmitteilungen stammen von angeblichen Paketdiensten und fordern Empfänger auf, einen Link zu öffnen. „Die Absichten hinter dieser Betrugsmasche sind unterschiedlich: Einige haben es darauf abgesehen, schädliche Apps zu verbreiten, die Daten auslesen und massenweise SMS an gespeicherte Kontakte senden. Andere wollen ahnungslose Opfer in Abofallen locken. Seit Ostern werden diese SMS offenbar noch viel häufiger verschickt als zuvor. Darauf deutet eine gestiegene Anzahl an Verbraucheranfragen hin”, sagt Online-Experte Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale NRW. Wie Verbraucher sich schützen und was sie tun können, wenn sie bereits in die Betrugsfalle getappt sind, erläutert nachstehend das Team der Beratungsstelle Velbert der Verbraucherzentrale NRW. Auch es hat bereits mehrere Fälle gemeldet bekommen.

Unerwünschte SMS mit unseriösen Links sollten sofort gelöscht werden. Keinesfalls sollte man auf die SMS antworten, darin enthaltene Links öffnen oder vorgeschlagene Apps installieren. Im Idealfall sollte keine Reaktion der Betroffenen erkennbar sein, dass ihre Rufnummer aktiv ist.

Um den Missbrauch ihres Smartphones zu vermeiden, sollten Betroffene den Flugmodus aktivieren und den Mobilfunkanbieter informieren. Dieser erstellt auf Anfrage auch einen Kostennachweis über möglicherweise verschickte SMS. Eine Anzeige bei der Polizei sollte in jedem Fall erstattet werden, auch um Versicherungsansprüche geltend zu machen.

In den Einstellungen vieler Nachrichten-Apps können Verbraucher festlegen, dass sie nur SMS von gespeicherten Kontakten empfangen möchten. Wer Service-Angebote wie zum Beispiel Terminerinnerungen oder Informationsdienste von Banken nutzt, muss daran denken, diese Rufnummern fortan einzuspeichern. Manche Smartphones oder Sicherheits-Apps bieten auch Spam-Filter an. Sie können helfen, die Zahl unerwünschter SMS zu verringern. Grundsätzlich gilt: Verbraucher:innen sollten möglichst sparsam mit ihren Daten umgehen und ihre Handynummer nur angeben, wenn es zwingend nötig ist. Wer langfristig von der SMS-Flut betroffen ist, sollte über einen Wechsel der Rufnummer nachdenken.

Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn nach dem Antippen eines Links eine App installiert werden soll. Befinden sich Apps nicht in einem offiziellen Store des Smartphones, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es schädliche Programme sind. Nutzer eines Android-Smartphones können in den Einstellungen festlegen, dass Apps aus unbekannten Quellen nicht installiert werden dürfen und sich so schützen. Bei iPhones sind nur Installationen aus dem App-Store von Apple möglich, sofern man die Geräte nicht selbst manipuliert hat. Verbraucher sollten generell bei ihrem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre aktivieren. Betriebssystem und Apps sollten durch automatische Updates immer aktuell gehalten werden.

Wenn Verbraucher durch unseriöse SMS Kosten entstanden sind, könnte eine Hausratversicherung dafür aufkommen. Viele Verträge enthalten Schutz vor Schäden durch Phishing, wenn zum Beispiel missbräuchlich Einkäufe im Internet getätigt wurden. Auch spezielle Cyberversicherungen können solche Schäden abdecken. Mehr zum Thema gibt es auf:

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