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Verkehrserziehung: Vorfahrt für die Sicherheit

Verkehrserziehung: Vorfahrt für die Sicherheit

Angehende Erzieher der Bleibergquelle übten mit Kindern, was sie über Verkehrserziehung gelernt haben.

Neviges. Wie kommt man sicher über eine Straße? „Meine Oma hat es mir beim Spazierengehen gezeigt“, berichtet die fünfjährige Antonia.

Ihr Kindergartenkumpel Jason ist sogar schon allein mit seinem Cousin zur Pizzeria gegangen und musste dafür mehrere Straßen queren: Verkehrserziehung ist lebenswichtig für die Kleinen, damit sie lernen mit den Gefahren umzugehen, die ihnen auf der Straße drohen.

Um die Kinder schulen zu können, haben jetzt 25 angehende Erzieherinnen und Erzieher am Berufskolleg Bleibergquelle eine Fortbildung in Sachen Verkehrserziehung absolviert. Am Mittwoch fand der praktische Teil auf dem Gelände des Mutterhauses statt: An sechs Stationen übten die Berufsanfänger mit 45 Kindern aus drei Tageseinrichtungen typische Verkehrssituationen.

Am Vortag hatte die Gruppe mit den Polizeioberkommissaren Detlef Friese und Benjamin Kleppe von der Abteilung Verkehrsunfallprävention und Opferschutz der Mettmanner Kreispolizeibehörde ein Konzept für die Praxis erarbeitet: „Was ist für die Kinder wichtig, wo setzen wir die Schwerpunkte?“, erläutert Flora Beqiri, wie die sechs Stationen zustande kamen.

Mit Kreide wurden dann einzelne Verkehrssituationen inszeniert, an der drei bis vier Erzieher mit bis zu acht Kindern arbeiten. Vor Haus Bergesruh haben Jean-Marc Vollenbruch und seine Kolleginnen ihre eigenen Autos am fiktiven Straßenrand geparkt: „Die Kinder sollen lernen, wie die Straße überquert wird, wenn die Sicht versperrt ist“, erklärt Vollenbruch.

Nachdem die Kleinen erst einmal geprüft haben, ob die Fahrzeuge tatsächlich parken oder vielleicht nur verkehrsbedingt halten („Sind die Lampen an, hört Ihr den Motor?“), erklären die jungen Ausbilder, was eine Sichtlinie ist. Das Schauen, ob die Straße frei ist — erst links, dann rechts — ist bei den meisten schon selbstverständlich: „Die sind schon ganz schön fit“, lobt Vollenbruch seine Truppe.

Während eine Gruppe an der Fußgängerampel Bleibergstraße sogar im fließenden Verkehr trainiert, hat das Team von Sebastian Busch auf dem Schulhof des Berufskollegs eine komplette, nicht beampelte Kreuzung mit Bobby-Cars als Autos und einem dicken Lkw, bestehend aus einer Parkbank und einem großen Karton, aufgebaut.

Als sein Kollege Simon Kreitz ihn ruft, rennt Busch — durchaus absichtlich — quer über die aufgemalte Fahrbahn und erntet sofort Protest: „So geht das aber nicht“, tadeln die Kleinen lautstark.

Den Verkehr beider Straßen beobachten, Blickkontakt zu den Fahrern suchen: Schrittweise bringen die jungen Erzieher den Kindern bei, was zu beachten ist. Beobachter der praktischen Schulung ist neben Andrea Sander vom Berufskolleg auch Polizeioberkommissar Detlef Friese.

Neben dem Personal von Kindergärten und Schulen sind für ihn vor allem die Eltern Ansprechpartner in Sachen Verkehrserziehung: „Sie können den Kindern an 365 Tagen im Jahr beibringen, wie man sich richtig im Verkehr verhält.“