Velberter SPD spürt den Aufwind

Rewe-Schließung und Rhein-Ruhr-Express treiben Fraktion um.

Neviges. „Die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz hat zu einem regelrechten Hype geführt. Ich bin seit 41 Jahren SPD-Mitglied, so was habe ich noch nicht erlebt“, staunte Volker Münchow. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Velbert freut sich über acht neue Mitglieder. „In der Berliner Zentrale kommen die Sachbearbeiter gar nicht mehr nach, über 5000 Genossen haben sich in ganz Deutschland angemeldet.“

Die Velberter SPD hatte ihre Genossen zu einer neuen Art des Informationsaustausches eingeladen. Bei Kaffee und Kuchen gab es im Café Monsieur M. keinen Sitzplatz mehr, als der Landtagskandidat Münchow versprach, sich anzustrengen, den Wahlkreis zu gewinnen. „Auf der Landesliste ist mein Platz jenseits der 100“, beschrieb er seine Chancen, indirekt wieder in den Landtag zu kommen.

Zur Politik vor Ort bezeichnete der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Hübinger die bevorstehende Schließung des Rewe-Kaufparks im März als eine Katastrophe und einen herben Rückschlag für die Innenstadt. Er äußerte die spontane Idee, ob vielleicht Rossmann dazu bewegt werden kann, in dieses Ladenlokal zu ziehen. Matthias Gohr forderte die Genossen auf, raus zugehen, um die Sorgen und Themen der Bürger aufzunehmen. Schließlich soll der Landtagsabgeordnete Münchow in seinem Amt bestätigt werden. „Über Volkers Schreibtisch sind in den vergangenen Jahren 4,2 Millionen Euro nach Neviges geflossen“, gab das Ratsmitglied zu bedenken.

In Sachen öffentlicher Verkehr plädiert Volker Münchow für eine landeseinheitliche Verkehrsgesellschaft und wettert in diesem Zusammenhang gegen die „Ruhrgebietsmafia“. „Ein großer Teil des VRR deckt das Ruhrgebiet ab, deshalb sind viele Pöstchen in den Gremien zu vergeben.“ Der Landtagsabgeordnete kündigte an, dass der Rhein-Ruhr Express (RRX) kommen wird. „Das ist die wichtigste Hauptachse im Land, aber alles, was daneben liegt, wird ausgedünnt. Die bergische Region und der Kreis Mettmann werden abgehängt, die S 9 wird nur noch alle 30 Minuten fahren. Zusammen mit einem Wuppertaler Kollegen werde ich versuchen, das Ruhrgebiet und den VRR von anderen Lösungen zu überzeugen.“

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