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Velberter Kultursommer startet mit Märchen am Tipi vor Schloss Hardenberg und viel Musik

Velbert : Velberter Kultursommer startet mit Märchen am Tipi vor Schloss Hardenberg und viel Musik

Velberter Kulturloewen legen gelungenen Auftakt in Neviges hin.

Erfolgreicher Auftakt für den Velberter Kultursommer: „Die ersten Veranstaltungen ausverkauft, das Publikum begeistert, und das Wetter spielte auch fast immer mit“, zieht Melanie Dunsmore am Samstag in der Vorburg im Gespräch mit der WZ eine erste Bilanz. Doch vor allem: Nach Monaten des Corona-bedingten Stillstandes, nach zeitweiliger Kurzarbeit ging es endlich wieder los: „Das war so schön, als die Kollegen mit dem Aufbau begannen, als dann der erste Sound-Check lief. Wir haben uns riesig gefreut, dass das Haus wieder belebt ist“, sprüht die für die Veranstaltungsplanung zuständige Teamleiterin der Velberter Kulturloewen vor Begeisterung.

Das Publikum teilte den Enthusiasmus, als die „Zucchini Sistaz“ es am Donnerstagabend mit ihrem neuen Programm „Tag am Meer“ auf eine Konzertreise gen Küste mitnahm.

Ebenfalls ein voller Erfolg war laut Dunsmore am Freitag der Auftritt von „Trio Farfarello“, das osteuropäische Folklore mit zeitgenössischen Einflüssen aus traditioneller Musik, Rock und Klassik zu verbinden weiß. Zwar gab es zwischenzeitlich einen kräftigen Regenguss, die Kulturloewen hatten mit Decken und Schirmen aber gut vorgesorgt: „Es war eine tolle Stimmung, niemand ist vorzeitig gegangen“, so Dunsmore. Neben zahlreichen Einheimischen seien auch viele Besucher von außerhalb gekommen, „sogar aus Bremerhaven“. Dabei waren nur maximal 144 Gäste zugelassen – verteilt auf 36 „Inseln“ im gesamten Innenhof, jede eingefasst in ein mit gelber Farbe markiertes Quadrat und aus je einem improvisierten Holztischchen mit vier Stühlen bestehend. Gelbe Farbe auf dem schönen Kopfsteinpflaster? Melanie Dunsmore schmunzelt: „Das ist Sprühkreide“, erläutert sie, die mit dem Hochdruckreiniger schnell wieder entfernt ist und nach ein paar Wochen ohnehin von selber verschwände.

Als am Samstag, der ganz im Zeichen der Kinder steht, Heiko Fänger in Ingas Garten, in eine bunte Welt aus Kinderliedern einlädt, verteilen sich die kleinen Gäste, die zumeist mit Eltern oder Großeltern gekommen sind, ziemlich in der Runde: „Das Konzert ist ausverkauft, war aber auf der kleineren Naturbühne hinter der Vorburg geplant“, erklärt Dunsmore. Der vorsorglich wegen des drohendem Regens vorgenommene Umzug tut indessen der Stimmung keinen Abbruch. Kleine und große Besucher singen und tanzen voller Inbrunst mit, als Heiko Fänger musikalisch die Arbeit von Hummeln und Bienen sowie deren Bedeutung für unser Obst und Gemüse beschreibt, oder Rocky, der Regenwurm sich durch die Erde wühlt. „Krah, krah, krah!“ – witzig und frech stellt Fänger die Krähen vor und widmet das Lied passend zur Farbe der Vögel den beiden fast komplett schwarz gekleideten Technikern Hans-Ulrich Wardetzki und Frederik Loef mit ihrem schwarzen Pavillon voller schwarzer Kisten. Gern lassen sich Iris Linge und ihr vierjähriger Enkel Piet mitreißen. Die Dönbergerin ist begeistert, dass es nach Monaten des Stillstands wieder Kulturveranstaltungen gibt: „Außerdem bietet der Ort ein tolles Ambiente.“

„Endlich wieder einmal raus“, sagt Carolin Lopez, deren siebenjähriger Sohn Emilio auch voll bei der Sache ist, als es anschließend mit Geschichten zum Schmunzeln und Träumen im Märchen-Tipi weitergeht. Karlheinz Schudt und Rita Maria Fröhle verzaubern mit ihren Erzählungen über Könige, Prinzen und Prinzessinnen Kinder und Erwachsene: Aufgeschlagen unter der mächtigen Blutbuche, das Schloss im Hintergrund, konnte es keine schönere, passendere Kulisse für das Märchen-Tipi geben.