Velbert: Ruhm, Liebe, Affären und Taubers Leben für die Musik

Velbert: Ruhm, Liebe, Affären und Taubers Leben für die Musik

Die Bergischen Salonlöwen lockten ins Forum Niederberg.

Velbert. Er war der Liebling der Frauen, ein Idol der Massen und der Star der glanzvollen Zwanziger, die ohne ihn so viel blasser gewesen wären. Seine Filme und Konzerte waren ausverkauft - kaum ein Platz blieb leer. Auch am Freitagabend füllte Richard Tauber wieder einmal einen großen Konzertsaal. Diesmal jedoch mit Unterstützung der Bergischen Salonlöwen, die mit ihrer großen Premiere mindestens genauso viele eigene Fans ins Forum Niederberg zogen, wie der einstige Star.

Das neue Programm "Dein ist mein ganzes Herz" widmet sich dem Leben des Richard Tauber, erzählt in qualitativ hochwertigen musikalischen Tönen von dem Weltstar und berühmtesten Tenor seiner Zeit. Ruhm und Liebe, Geheimnisse und Affären, Emigration und Tod - den Bergischen Salonlöwen und Tenor Heiko Goebel gelang es nicht nur, dem Sänger und Musiker Tauber näher zu kommen, sondern auch dem Menschen. Vielleicht gerade deshalb, weil der feinsinnige musikalische Spagat zwischen E- und U-Musik nur allzu gut zu dem Genre der Salonlöwen passt und wie maßgeschneidert klang.

"Richard Tauber verbindet Klassik und Unterhaltungsmusik - auch wir selbst stehen immer an dieser Schwelle", erklärte Horst Degen, der zwischen seinen Basseinsätzen mit charmanter Moderation durch den Abend führte. "Sein Erfolg beruht nicht zuletzt auf der engen Freundschaft mit Franz Lehàr", klärte Degen auf. "Gemeinsam haben die beiden die Operetten "Paganini", "Zarewitsch" und "Friederike" aus der Taufe gehoben."

Von "Le Re Pastore" (Wolfgang Amadeus Mozart) zu Franz Lehàrs leicht frivolem Liedgut "Hab ein blaues Himmelbett" bis zu Richard Taubers eigener Komposition "Du bist die Welt für mich" boten Salonlöwen und Tenor Abwechslung, Projektion und Stimmung in wechselndem Tempo - anspruchsvolles Musikgut, das das Orchester verstand umzusetzen.

"Es ist alle Jahre wieder schön. Ohne die Salonlöwen würde wirklich etwas fehlen", sind sich/ Monika Will und Anneliese Meding einig. "Seit zehn Jahren gehen wir immer zu ihren Konzerten. Das neue Programm gefällt mir besonders. Man kennt die alten Lieder und die Ohrwürmer werden wieder aufgefrischt", freute sich Ingrid Mattern.

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