Neviges : Panoramabad soll für drei Millionen Euro saniert werden

Der Stadtrat hat jetzt beschlossen, einen entsprechenden Förderantrag einzureichen – auch mit Blick auf die Barrierefreiheit des Nevigeser Bades.

Das Panoramabad am Wiesenweg ist sehr beliebt, das zeigte sich besonders in diesem Super-Sommer. „Die Besucher aus Wuppertal kommen schwadronenmäßig“, freute sich im vergangenen Monat Norbert Noll, der Abteilungsleiter Bäder bei den Stadtwerken Velbert über den großen Zuspruch aus der Nachbarstadt. Auch weil Neviges mit dem Wellenfreibad über ein Alleinstellungsmerkmal im weiten Umkreis verfügt, wurde der Allzeitbesucherrekord mit 93 363 Erfrischung suchenden Badegästen in dieser Saison nur knapp verfehlt. Im Super-Sommer 2003 waren am Wiesenweg rund 95 000 Besucher gezählt worden.

Insider versichern, dass das Bad aus den 70er Jahren noch in einem guten Zustand ist, jedoch müssten bald größere Arbeiten am Beton des großen Wettkampfbeckens durchgeführt werden. „Die Bausubstanz von Sport- und Sprungbecken im Freibadbereich ist stark sanierungsbedürftig. Eine Grundsanierung der Beckenkopfbereiche beider Becken, inklusive Verrohrungen, Abdeckungen und Laufflächen ist daher zwingend erforderlich“, lautet die offizielle Ansage des Prokuristen der Stadtwerke Velbert, Bert Gruber.

Und wenn man schon mit dem Bauen begonnen hat, wird die Möglichkeit genutzt, um in der gesamten Anlage zusätzliche Maßnahmen für eine umfängliche Barrierefreiheit herzustellen. Das soll durch einen Schwimmbadlift ermöglicht werden, größere Beckenumläufe werden geschaffen und außerdem soll in den Sanitär- und Umkleidebereichen gebaut werden. Die konkrete Ausgestaltung sämtlicher Maßnahmen wird in Kooperation mit einem Fachbüro für Statik und Bäderarchitektur erarbeitet. Die Stadtwerke Velbert GmbH veranschlagt einen finanziellen Aufwand von 2895000 Euro und plant mit der Fertigstellung aller Arbeiten im Herbst 2020.

Da kommt das kürzlich aufgelegte Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ wie gerufen. Bei ihrer jüngsten Sitzung haben die Mitglieder des Rates beschlossen, einen entsprechenden Förderantrag für die Stadtwerke Velbert einzureichen. Förderfähig sind nämlich auch Objekte, die nicht im Eigentum der Kommune sind, jedoch muss diese in jedem Fall den Förderantrag stellen. Der Bund stellt insgesamt 100 Millionen Euro zur Unterstützung investiver Projekte bereit, wobei solche „mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ besonders gefördert werden, wie es in der Ratsvorlage heißt.

In der ersten Phase des Auswahlverfahrens ist eine Projektskizze für die fast drei Millionen teure Investition einzureichen. Bei einem positiven Bescheid könnte die Förderung des Bundes bis zu 90 Prozent der Kosten abdecken. Die Finanzierung des Eigenanteils ist gesichert. Die Auswahl der Förderprojekte erfolgt durch das Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung. Im Falle der Aufnahme in das Förderprogramm wird die Stadt Velbert voraussichtlich im kommenden Monat informiert. Bei einer positiven Rückmeldung hat die Stadt Velbert einen weiterer Zuwendungsantrag bis zum 15. November zu stellen.