Velbert: Kinder-Zirkus ZappZarap gastiert am Sportplatz am Wasserturm

Velbert: Kinder-Zirkus ZappZarap gastiert am Sportplatz am Wasserturm

Der pädagogische Kinder-Zirkus hat auf dem Sportplatz am Wasserturm sein Zelt aufgeschlagen. Die Vorstellung ist am Samstag.

Velbert. Zirkusluft weht über den Sportplatz am Wasserturm. Zwar duftet es noch nicht nach Popcorn. Aber der Geruch von Sägemehl in der Manege und der eine oder andere Schweißtropfen auf der Stirn der jungen Akrobaten lassen keinen Zweifel: Hier wird fleißig geprobt.

Der pädagogische Kinder- und Jugend-Zirkus ZappZarap hat zum vierten Mal sein Zelt in Velbert aufgeschlagen. Eine Woche lang stehen rund 100 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren als Clown, Akrobat oder Fakir in der Manege und proben für die beiden zweistündigen Vorstellungen am Samstag. Angeleitet werden sie von 13 Velberter Jugendlichen.

"Wer bereits Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit hat, konnte sich bei der Stadt melden", sagt Viola Meseberg-Dunkel von der Abteilung für Bildung und Sport.

"Die Mitarbeiter von ZappZarap haben die Jugendlichen in einem ersten Treffen für ihre Aufgabe fit gemacht." Danach ging die Theorie in die Praxis über: Am Montag durften die teilnehmenden Kinder in Workshops ausprobieren, was der Zirkus an spannenden Dingen für sie bereit hielt. Dann musste die Wahl auf zwei Programmnummern fallen.

"Ich wusste vorher schon, dass ich bei der Nummer mit den Diabolos mitmachen möchte", erzählt Pia Bateham, die mit ihrem Workshop in der Sporthalle trainiert.

Die 13-Jährige ist nicht nur zum dritten Mal bei ZappZarap dabei, sie blickt auch bereits auf fünf Jahre Erfahrung im Umgang mit dem Spielgerät zurück.

"Leider ist es das letzte Mal, dass ich hier mitmache", bedauert Pia, die im nächsten Jahr zu alt für eine Teilnahme sein wird. Außer mit dem Diabolo wird Pia als Clown in der Manege stehen.

"Es macht einen Riesenspaß hier. Ich lerne jedes Mal viele neue Kinder kennen. Auch meine beste Freundin habe ich bei ZappZarap kennengelernt", sagt Pia begeistert.

Noch spektakulärer geht es bei den Proben im Zelt zu: In der Manege wartet ein Haufen Glasscherben auf die Kinder. "Das sind ganz normale Scherben, spitz und nicht geschliffen", versichert Stefan Reinicke vom Velberter Jugendamt. Trotzdem: Ohne Zögern geht ein Kind nach dem anderen auf das zerbrochene Glas zu und legt sich hinein.

"Das tut nicht weh", meint auch Vivian. Die Zehnjährige muss es wissen, hat sie doch gerade ihre erste Erfahrung mit dem - zumindest für Außenstehende furchteinflößenden - Scherbenhaufen gemacht.

Auch als eine Helferin ein Brett mit Nägeln auf Vivians Oberkörper legt und sich die sechsjährige Kathi auf dieses stellt, verzieht keine der jungen Nachwuchs-Fakire das Gesicht. "Es ist nur ein bisschen schwer", gibt Vivian zu.

Genauso viel Konzentration und Körperspannung ist von den jungen Artisten gefordert, die in der Sporthalle an ihren Akrobatiknummern feilen. "Noch wird ausgetestet und das Vertrauen zu den anderen Teilnehmern gefestigt", so Stefan Waskow, der Direktor von ZappZarap.

"Hier mischen sich routinierte Turnerinnen mit Kindern, die zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer Turnmatte stehen. Der Leistungsstandard ist völlig unterschiedlich. Aber gerade das macht unser Projekt aus. Die Erfahreneren helfen den Anfängern."

Bis zur Aufführung am Samstag vor rund 350 Zuschauern wird aus dem aufgeregten Getummel aus Armen und Beinen eine stabile Menschenpyramide, da ist Waskow sicher.

"Bei ZappZarap geht es nicht nur um zielorientiertes Arbeiten. Die Kinder lernen auch, ihre eigenen Grenzen zu überwinden. Es kostet schon Überwindung, in der Manege aufzutreten."

Mehr von Westdeutsche Zeitung