Velbert: Velbert hat den Klimaschutz auf der Agenda

Velbert : Velbert hat den Klimaschutz auf der Agenda

Vor der Sondersitzung des Rates hat die Stadt am Dienstag angelaufene beziehungsweise bereits umgesetzte Maßnahmen ihres Energie- und Klimakonzeptes vorgestellt.

Klimaschutz sei nicht erst jetzt ein Thema für die Stadt, sagte Planungsamtsleiterin Heike Möller und erinnerte an das bereits 2010 angelaufene Zertifizierungsverfahren des European Energy Award. Der daraus gezogene Schluss: „Wir brauchen ein Maßnahmenpaket, mit dem wir arbeiten können“, so Möller. Von 2013 bis 2015 wurde unter Beteiligung der Öffentlichkeit und mit verschiedenen Workshops ein Klimaschutzkonzept erstellt und Ende 2015 beschlossen. „Ein guter Start und immer noch ein tolles Arbeitsprogramm“, findet Möller. Es seien alle Themenbereiche angesprochen, man könne vieles davon heute weiterführen.

Konzept mit 40 Maßnahmen, verteilt auf fünf Handlungsfelder

Klima-Manager Marian Osterhoff stellte anschließend die insgesamt 40 Maßnahmen des Konzeptes, verteilt auf fünf Handlungsfelder, vor. 30 Themen befinden sich in der Umsetzung oder wurden zum Teil schon abgeschlossen, zehn Punkte sind gerade angelaufen. In Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Klimabildung nannte Ostenhoff unter anderem die vor einigen Wochen in Umlauf gebrachten Energiesparkisten mit Meßgeräten, Spielen und viel Informationsmaterial für Kinder und Jugendliche: „Wir haben sehr positive Rückmeldungen, die Kisten sind in den Schulen dauerhaft im Einsatz“, so der Klima-Manager. Neben umfangreichen Info-Materialien gab es auch entsprechende Veranstaltungen. So zog die Vorstellung der von den TBV erstellten Starkregenkarten über 70 Teilnehmer an. Zum Thema Mobilität erwähnte Osterhoff das in diesem Jahr beschlossene Radwegekonzept. Der Aufbau eines Netzes von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ist angelaufen: „Vier stehen inzwischen in den Stadtteilen, weitere sind in Planung.“ Neben zahlreichen Maßnahmen bei der Stadt selber wie der Teilnahme am Projekt Ökoprofit oder der Energieverbrauchsminderung bei der Straßenbeleuchtung durch energiesparende LED-Technik werde im eigenen Haus die Anschaffung von E-Autos vorangetrieben. Für acht Fahrzeuge, darunter ein Plug-In-Hybrid, seien inzwischen Fördermittel bewilligt. Auch bei den städtischen Tochtergesellschaften – TBV, Stadtwerke, Wobau – seien zunehmend E-Fahrzeuge im Einsatz.

Zusammenarbeit zwischen den Kommunen ist wichtiger Baustein

Ein bisschen Sorgenkind sei das Thema Wirtschaft – viele Unternehmen hätten nicht die personellen Ressourcen, um sich umfänglich dem Thema Energiesparen zu widmen. Gerade Photovoltaik sei jedoch für viele Betriebe interessant, da die meisten Hallen mit ihren Flachdächern optimale Aufstellmöglichkeiten böten. Zum Punkt Baumpflanzungen als Begrünungsmaßnahmen in den Innenstädten sagte Heike Möller, dass dazu vor allem die privaten Eigentümer mit ins Boot geholt werden müssten: „Hier findet der größte Teil im privaten Bereich statt.“ Als weiteren wichtigen Baustein für den Klimaschutz bezeichnete Osterhoff die interkommunale Zusammenarbeit: „Hier sind wir gut vernetzt.“ Als Erfolg wertete er daher auch das Stadtradeln: „Die Resonanz wird immer besser.“ So habe sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zur ersten Veranstaltung inzwischen verdreifacht.

Mit Blick auf die Ratssitzung betonte Bürgermeister Dirk Lukrafka, dass es sinnvoll sei, zahlreiche der in den 37 Tagesordnungspunkten aufgeführten Themen sachlich-fachlich in den entsprechenden Fachausschüssen zu beraten, bevor konkrete Beschlüsse gefasst werden. Er hoffte außerdem, dass es einen gemeinsamen Beschluss des Rates zum Klimaschutz in Velbert geben werde, die Fraktionen aber nicht explizit den Klimanotstand ausrufen. Viele Ratsmitglieder fänden die Begrifflichkeit nicht adäquat.

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