Neviges : Die Grünen wollen Flächenfraß verhindern

Regionalplanänderung: Fraktionsvorsitzende Esther Kanschat meldet sich zu Wort.

Unter anderem am Donnenberg und am Teimberg sollen durch eine Änderung des Regionalplans mittelfristig Wohnbaumöglichkeiten geschaffen werden, um den angespannten Wohnungsmarkt in Düsseldorf zu entlasten. Dieser Plan stößt – wie die WZ berichtete – auf den Widerspruch von Nevigesern. Unterstützung erhalten diese jetzt auch von den Velberter Grünen.

„Diese Planungen sind besonders bedenklich, da es sich nicht nur um eine einzelne Fläche, sondern sogar um insgesamt acht große geplante Baugebiete auf grüner Wiese, allein im Raum Velbert handelt“, meldet sich jetzt die Ratsfraktionsvorsitzende der Grünen, Esther Kanschat zu Wort. Auch einige Kommunen würden sich schon gegen die Ausweisung der Flächen auf ihrem Stadtgebiet wehren. „Leider ist die Sachlage in Velbert gegenteilig: Velbert ist als eine der wenigen Städte des Kreises Mettmann aktiv auf die Bezirksregierung zugegangen, um möglichst viele potenzielle Flächen für Wohnbebauung zu bekommen. Sogar besonders wertvolle Grünflächen für Naherholung und Ökologie sowie Flächen im Landschaftsschutz sollen geopfert werden“, kritisiert Kanschat. Mit acht möglichen Flächen für eine Wohnbebauung sei Velbert der einsame Spitzenreiter der Kreisstädte.

Velbert würde touristische Attraktivität einbüßen

„Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann hat bei vielen Flächen Bedenken geäußert, besonders im Hinblick auf das ,Tor zur Elfringhauser Schweiz’ und andere Naherholungsgebiete, die rücksichtslos zugebaut werden sollen. Dass Velbert hierdurch deutlich an gerade erst erlangter touristischer Attraktivität von überregionaler Bedeutung mit idyllischer Wander- und Radfahrlandschaft einbüßt, scheint die Regierungsparteien hier nicht zu interessieren“, so Esther Kanschat weiter.

Für die Grünen fordert sie „den Erhalt unserer wunderschönen, ökologisch wichtigen und wertvollen Landschaft für jeden Bürger und besonders für das Allgemeinwohl, sowie das Sichern dringend benötigter landwirtschaftlicher Flächen.“ Zum großen Teil sei uraltes Dauergrünland betroffen – sogar in Landschaftsschutzgebieten und am Rand zu Naturschutzgebieten – die für eine zukünftige Bebauung maßlos ausgewiesen werden. „Wie lange wollen wir noch zusehen, wie Velberts Haupt-Attraktivität, die Lage im Grünen, zerstört wird?“, fragt Fraktionschefin Kanschat rethorisch.

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