Velbert : Velbert feiert europäische Freundschaft

Vom 3. bis 9. Mai werden im Zuge der digitalen Europawoche zahlreiche Aktionen geboten.

2020 machte das Corona-Virus alle Vorbereitungen zunichte, die Europawoche, die im Jahr zuvor mit einem großen internationalen Fest im Herzen von Velbert ihre Premiere hatte, fiel aus. „Diesmal haben wir uns von der Pandemie nicht schrecken lassen und werden zeigen, dass in Velbert und in seinen Partnerstädten der europäische Gedanke gelebt wird“, sagte Bürgermeister Dirk Lukrafka eingangs einer Online-Pressekonferenz, mit der das Programm für den 3. bis 9. Mai vorgestellt wurde. Und weil die Stadt die Erfahrung gemacht habe, dass sich Jugendliche ohnehin sehr gut über die sozialen Netzwerke und andere digitale Medien zusammenbringen lassen, findet auch die Europawoche unter dem Motto „#EUnitetd“ erstmals komplett über verschiedene digitale Kanäle statt.

Das Stadtoberhaupt dankte allen, die das Projekt mittragen. „Es ist eine große Gemeinschaft, die den Spaß bei jungen Leuten für Europa wecken will“, so Dirk Lukrafka. Das Programm wurde vom Partnerschaftskommitee, dem Jugendparlament Velbert und dem Bündnis „Aktiv gegen Antisemitismus“ zusammengestellt. Außerdem ist die Stadtbücherei mit Veranstaltungen dabei und Velberts Partnerstädte beteiligen sich mit Grußworten und Videos.

Die räumliche Entfernung zu den Partner- und Freundschaftsstädten sei bisher ein Problem gewesen. Der Digitalisierungsschub infolge der Pandemie helfe auch hier: „Über digitale Wege haben wir enger zusammenkommen können. Wir nehmen die Städtepartnerschaften ernst”, sagte Lukrafka. Insofern könnten die Erfahrungen aus der Online-Europawoche in die künftige Kommunikationsstrategie der Stadt Velbert einfließen.

„Die Vorbereitung war noch nie so intensiv wie in den vergangenen Monaten. Meine Kollegin in Polen habe ich fast wöchentlich, die Partner in Frankreich alle 14 Tage in Web-Meetings getroffen”, sieht Koordinatorin Susanne Susok die Vorteile der digitalen Vernetzung.

Der Bürgermeister wird sich zum Auftakt der Europawoche am Montag, 3. Mai, ab 19 Uhr mit dem nordrhein-westfälischen Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales, Stephan Holthoff-Pförtner, live auf dem städtischen Instagram-Kanal unterhalten.

Auch am Dienstag, 4. Mai, 18 Uhr ist Dirk Lukrafka bei einem Live-Talk dabei. Zum Thema „Studieren in Europa“ tauscht er sich mit dem Landtagsabgeordneten Martin Sträßer (MdL) sowie Studierenden und Dozierenden aus verschiedenen europäischen Städten aus. Diese Veranstaltung wurde maßgeblich durch das Partnerschaftskomitee mit dem Berufskolleg Bleibergquelle organisiert.

„In einer Stunde gebündelt, von 18 bis 19 Uhr, bekommen die Teilnehmer einen Einblick, wie ,Studieren in Europa’ funktioniert. Schließlich haben wir Jahr für Jahr 80 Studierende in Velbert, die sich auf ein Studium in der EU, in den Niederlanden oder Spanien, vorbereiten“, so Berufskolleg-Leiter Ludwig Wenzel. Die Sprache im Live-Talk ist Englisch. Huibert van Rossum, Lehrer am Berufskolleg, und ein bis zwei Studierende werden moderieren. Unter dem Link https://bbq-aktuell.de/europa/ können sich Interessierte kostenfrei anmelden.

„Wir werden montags bis freitags täglich auf Instagram eine andere Partnerstadt vorstellen“, umreißt Sprecher Niklas Flick den Beitrag des Jugendparlaments. Am Mittwoch, 5. Mai, steht ein Live-Kochen mit den französischen Freunden aus Châtellerault an.

Für Freitag, 7. Mai, dem 76. Jahrestag der Erklärung der deutschen Kapitulation nach dem Zweiten Weltkrieg, lädt das Velberter Bündnis „Aktiv gegen Antisemitismus“ ab 19 Uhr dazu ein, unter dem Motto „#Gemeinsam erinnern und handeln“ den Talk und das Konzert mit Esther Bejarano (95), einer Überlebenden der Hölle von Auschwitz und Ravensbrück, die zum Mädchenorchester im KZ Auschwitz gehörte, und der „Microphone Mafia“ von Kutlu Yurtseven zu streamen. Letzterer ist Sohn türkischer Gastarbeiter. Er wurde und wird in Köln mit Rassismus konfrontiert. Link zur Teilnahme: https://youtu.be/ppoxERck1h