Velbert Bus- und Bahnfreunde : Ein Herz für Bus und Bahn

15 Nevigeser haben aus ihrem Hobby heraus einen Verein gegründet. Einen eigenen Bus haben sie auch schon. Er könnte auch anderen Vereinen dienen.

„Aus Jux und Dollerei haben wir unser Hobby in einen Verein geführt.“ Thomas Beller ist der erste Vorsitzende und Pressewart der „Bergischen Bahn- und Busfreunde“, die sich im Januar gegründet haben. Die derzeit 15 Mitglieder interessieren sich für Busse, Straßenbahnen und Eisenbahnen.

Sie verfolgen regelmäßig, welche Fahrzeuge auf welchen Strecken von einzelnen Verkehrsbetrieben eingesetzt werden. Der ganze Stolz des Vereins ist ein eigener Bus: Der „MAN A 23 NG 313“ wurde am 14. September 1999 durch die Wuppertaler Stadtwerke mit der Fahrzeugnummer 9962 zugelassen. Der Gliederbus beförderte 14 Jahre lang zuverlässig die Menschen durch die Bergische Metropole und deren Umgebung, bis er an das Hattinger Busunternehmen Schiwy verkauft wurde. Vor zwei Monaten konnte das große Fahrzeug für einen Freundschaftspreis von dem zweiten Vorsitzenden Tim Wiegand erworben werden. Als professioneller Busfahrer kennt er sich bestens mit dem Gefährt aus. Bei Ausfahrten sitzt er am Steuer.

In der nächsten Zeit werden sich die Vereinsmitglieder um den Bus kümmern, der zurzeit mit Werbung für das Bärenticket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr beklebt ist. „Wir werden den Bus selbstverständlich instand halten und ihn restaurieren“, kündigt Thomas Beller an. Dazu gehört eine Ausrüstung für die Bedürfnisse des Vereins: „Wir wollen unter anderem einen Kühlschrank einbauen.“

Im Moment parkt der Bus auf einem abgeschlossenen Gelände in Wuppertal, es wird jedoch ein geeigneter Standort in Neviges gesucht. „Wir könnten uns vorstellen, den Bus als Standfahrzeug für Ausstellungen und ähnlichem an Nevigeser Vereine zu vermieten“, spekuliert der Vereinsvorsitzende.

Der Verein soll
gemeinnützig sein

Inzwischen wurde der MAN von den Mitgliedern zu Rund- und Fotofahrten genutzt. Mit den Video und Fotokameras wird das Geschehen rund um Busse und Bahnen festgehalten. „Zuletzt waren wir in Hamm und haben den dortigen Schienenersatzverkehr beobachtet, der eingerichtet wurde, weil die Eisenbahnstrecke zwischen Hamm und Dortmund erneuert wurde.“

Die Bahn- du Busfreunde haben bereits den nächsten Ausflug in ähnlicher Mission geplant. In den Herbstferien geht es ins westliche Ruhrgebiet, wenn dort die Eisenbahnstrecke zwischen Duisburg und Essen saniert wird.

Die engagierten Liebhaber des öffentlichen Personennahverkehrs haben das Ziel, dass sie mit ihrem Bus noch mehr Aktivitäten veranstalten. „Jetzt steht erstmal die Anerkennung als eingetragener Verein an“, zeigt Thomas Beller den nächsten Schritt auf. „Ich habe deshalb schon Kontakt mit einem Notar aufgenommen, ich hoffe, dass wir mit Beginn des kommenden Jahres gemeinnützig sind und dadurch mehr Vorteile haben.“

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