Hochwasser in Erkrath, Wülfrath und Mettmann : Rettung teils nur noch per Boot

In Wülfrath konnten THW und Feuerwehr eine Katastrophe abwenden. In Erkrath kamen am Donnerstag Soldaten zur Unterstützung an. In Mettmann dauerte es bis zum späten Vormittag, die Regiobahn flott zu bekommen.

Hochwasser und Überflutungen nach dem starken Dauerregen sorgen weiterhin für einen Ausnahmezustand.

In Alt-Erkrath ging am Donnerstag das Hochwasser leicht zurück. Aus dem Bereich Morper Allee, Mühlenstraße und Freiheitstraße mussten zuvor 117 Anwohner teils mit Booten evakuiert werden. Die Realschule Hochdahl diente als Notquartier. Am Donnerstagnachmittag traf in Erkrath eine Bundeswehreinheit aus Voerde mit Kranwagen und Generator zur Unterstützung ein.

 Gegen 14 Uhr kam ein 30 Personen starker Trupp der Bundeswehr aus Voerde an der Erkrather Feuerwache an.
Gegen 14 Uhr kam ein 30 Personen starker Trupp der Bundeswehr aus Voerde an der Erkrather Feuerwache an. Foto: Ute Neubauer
 Eimer für Eimer wurden in Erkrath die Keller trochen gelegt.
Eimer für Eimer wurden in Erkrath die Keller trochen gelegt. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

In Mettmann blockierten eine Unterspülung und umgestürzte Bäume am Donnerstagmorgen die Regiobahn. Gegen 11 Uhr konnte ein eingeschränkter Fahrbetrieb ab Mettmann Stadtwald wieder aufgenommen werden. Die Verlängerung nach Wuppertal blieb gesperrt. Der Stadtwald und das Naturfreibad Mettmann wurden vorsorglich für Besucher gesperrt.

 In Wülfrath hat der Starkregen die Fahrbahn in der Unterführung der K15 Am Koxhof in Aprath beschädigt.
In Wülfrath hat der Starkregen die Fahrbahn in der Unterführung der K15 Am Koxhof in Aprath beschädigt. Foto: Achim Blazy (abz)
 Gegen 14 Uhr kam ein 30 Personen starker Trupp der Bundeswehr aus Voerde an der Erkrather Feuerwache an – zur Unterstützung.
Gegen 14 Uhr kam ein 30 Personen starker Trupp der Bundeswehr aus Voerde an der Erkrather Feuerwache an – zur Unterstützung. Foto: Ute Neubauer

Unverändert gehört Alt-Erkrath zu den am stärksten betroffenen Gebieten. Dort wurde am Donnerstag eine 30 Mann starker Trupp der Bundeswehr aus Voerde eingesetzt, die mitsamt Kranwagen und Generator-Anhänger zur Unterstützung angerückt waren. Die am Mittwoch geräumte städtische Flüchtlingsunterkunft an der Freiheitstraße wurde erneut und wesentlich stärker überflutet. Das Gebäude ist nicht bewohnbar.

 Nach dem Wasser kommt das Aufräumen: Eimer für Eimer wurden in Erkrath die Keller trocken gelegt. 
Nach dem Wasser kommt das Aufräumen: Eimer für Eimer wurden in Erkrath die Keller trocken gelegt.  Foto: Köhlen, Stephan (teph)
 In Wülfrath hat der Starkregen die Fahrbahn in der Unterführung der K15 Am Koxhof in Aprath beschädigt: Sperrung.
In Wülfrath hat der Starkregen die Fahrbahn in der Unterführung der K15 Am Koxhof in Aprath beschädigt: Sperrung. Foto: Achim Blazy (abz)

Rund 40 von 100 Bewohnern bleiben zunächst noch im Bürgerhaus Hochsahl. Die anderen konnten bei Familie, Freunden und Bekannten untergekommen. Weitere Unterbringungsmöglichkeiten werden geprüft. Auch die Stadthalle wurde überflutet, ebenso der benachbarte Gerberplatz, wo die Feuerwehr ihren Standort zur Befüllung der Sandsäcke räumen musste.

In Hochdahl kam es ebenfalls zu Überflutungen, hier mussten Bewohner aus Souterrainwohnungen evakuiert werden. In Unterfeldhaus war ein Überlaufbecken kontrolliert zu entleeren, um einen Bruch zu vermeiden. Zudem stürzten mehrere Bäume um, beschädigten dabei Gebäude und blockierten am Feldhof die Zufahrt zu mehreren Häusern. In der Sandheide soff die Kleiderkammer des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer, SKFM, ab. Über das Atelier von Künstlerin Constanze Schatten legte sich eine Schlamm-Schicht.

In der Nacht zu Donnerstag erreichte das Unwetter Wülfrath. Mehrere Straßen mussten wegen Überschwemmungen gesperrt werden. Der Aprather Weg am Tunnel der K15 blieb am längsten dicht. Im Bereich Koxhof/Aprath standen mehrere Häuser unter Wasser. Dort wurde die ganze Nacht hindurch gearbeitet.

In allen drei Städten müssen nun Straßen und Brücken auf Schäden geprüft werden. Wo vorsorglich der Strom abgeschaltet wurde, müssen Transformatoren und Verteiler wieder ans Netz. Dann beginnt das große Aufräumen und Saubermachen.