Umdenken beim Stadtmarketing beginnt

Innovative Konzepte zur Stärkung aller drei Bezirke will Olaf Knauer, der neue Chef von Stadtmarketing und VMG, im engen Dialog mit Handel und Gastronomie entwickeln.

Velbert. „Wir müssen in der Kommunikation besser werden“, lautet der von Bürgermeister Dirk Lukrafka (CDU) formulierte Auftrag an den neuen Leiter des Fachbereichs Stadtmarketing im Rathaus, der nebenamtlich auch Geschäftsführer der Velbert Marketing GmbH (VMG) ist. Und Olaf Knauer macht sich seit dem 1. August an die Arbeit: Mehr Miteinander statt nebeneinander hat sich der 43-jährige Kommunikationswissenschaftler auf die Fahne geschrieben. Knauer holt jetzt die Werbegemeinschaften aller drei Stadtbezirke nach und nach an seinen Tisch, um einen aktiven Umdenkungsprozess für neue Konzepte im Werben um Kunden und für ein effizientes Citymarketing einzuleiten.

Den Anfang macht Velbert-Mitte. Netzwerktreffen für Neviges und Langenberg sind in Vorbereitung. „Ziel ist es, im engen Dialog die unterschiedlichen Interessen aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung in jeweils starken und aktiven Werbegmeinschaften zu bündeln und die Kommunikationswege zu verbessern“, sagt Olaf Knauer. Außerdem gelte es, bestehende Veranstaltungskonzepte und Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Nachdem das für den 25. September in Velbert geplante Okotberfest bereits abgesagt ist, rückt der Stadtmarketing-Chef nun die „Velberter Lichter“ in den Fokus. Unter diesem Motto sollen eigentlich am Freitag, 28. Oktober, Tausende Besucher mit bunter Lichtkunst zum Mondschein-Shopping ins Zentrum gelockt werden. „Wir müssen diskutieren, ob die Veranstaltung in gleicher Form weitergeführt werden kann oder aus inhaltlicher und organisatorisch-struktureller Sicht neu gedacht werden muss.“

Umdenken beim Stadtmarketing beginnt
Foto: Ulrich Bangert

Schließlich sei zu beachten, dass alle Ressourcen und Energien auf Traditionsveranstaltungen konzentriert werden müssen, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster der Satzung für die verkaufsoffenen Sonntage in Velbert nach einer Verdi-Klage als rechtswidrig eingestuft hatte. Stadtmarketing und VMG prüfen aktuell Angebote, wie die Besucherfrequenz in der Velberter Innenstadt permanent gemessen werden kann. Die Daten sollen neue Argumente für eine neue Online-Plattform des Velberter Einzelhandels entwickeln helfen.

„Die anstehenden großen Veränderungen im Zuge des Integrierten Handlungskonzepts, der Bau der Stadtgalerie, all das begründet, warum wir in Velbert-Mitte anfangen. Aber ich betone: Mir ist jeder Stadtteil gleich lieb“, sagt Olaf Knauer. Wie kann sich Neviges stärker aufstellen, besteht die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und wie können Stadt und VMG die guten Leute vor Ort kurz-, mittel- und langfristig besser unterstützten? Auf diese Fragen erhofft sich Knauer beim Austausch mit der Werbegemeinschaft Neviges (WGN) Antworten. „Die Gründung des Vereins ,50 Nevigeser’ halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung“, so der Marketing-Stratege.

„Neviges und Langenberg haben gut funktionierende Werbegemeinschaften. Wir haben 60 Mitglieder, darunter auch viele Gastronomen. Defizite sehe ich allein in Velbert-Mitte. Daran, dass es dort zu wenige Aktive für die Planung von Veranstaltungen gibt, schon Knauers Vorgänger Nils Juchner gescheitert“, sagt Helmut Wulfhorst, der WGN-Vize. Leider habe ihn die Vergangenheit gelehrt, dass Velberter Unterstützung für Neviges oft ein Lippenbekenntnis gewesen sei. Wulfhorst: „Wir sind an einem besseren Verhältnis interessiert. Aber ich sage: An ihren Taten sollt ihr sie messen.“ Reinreden lassen von Externen werde sich die WGN nicht. „Wir sind ein Velberter Verein und kein Anhängsel der Stadt. Wer die Arbeit hat, legt auch fest, wie sie gemacht wird“, sagt der WGN-Organisator.

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