Wülfrath : Über die Geschichte des Zweirads

Das Niederbergische Museum plant für dieses Jahr die Teilnahme am Themenjahr des Arbeitskreises Bergischer Museen.

. Nach außen wirkt das Niederbergische Museum aufgrund der Corona-Pandmie ruhig. Bei genauerer Betrachtung trügt dieser erste Eindruck jedoch, denn im Hintergrund wird fleißig an dem neuen Jahresprogramm geplant. „Wir werden uns wieder an dem Themenjahr des Arbeitskreises Bergischer Museen beteiligen“, erklärt Museumsleiterin Karin Fritsche. Zu dem vorgegebenen Motto „Alles in Bewegung“ hat sich das Niederbergische Museum ein ganz eigenes Jahresthema überlegt: „Die Lust des Rad-Fahrens“.

Ideen hält dieses Thema zu genüge bereit, so soll es neben historischen Rädern und modernen Bikes auch eine Bilderwand mit Fotos von Zwei- oder Dreirädern sowie eine Ausstellung einzelner Radexponate geben. In einem Schreiben an die Ehrenamtler des Museums hat Karin Fritsche um persönliches Bildmaterial und weitere Fahrradutensilien gebeten. „Das können die ersten Radversuche des Enkelkindes sein oder Bilder einer eigenen Fahrradtour. Ebenso hat vielleicht so manch einer noch einen alten Sattel oder eine alte Fahrradklingel, die an frühere Zeiten erinnert“, berichtet sie und hofft auf zahlreiche Einsendungen.

Der Start für das Themenjahr, das eigentlich bereits im März beginnen sollte, ist derzeit für den 2. Mai terminiert. „Vorausgesetzt, wir dürfen dann wieder öffnen“, gibt Karin Fritsche zu bedenken. Einen Flyer mit allen Terminen wird es nicht geben. Dafür sollen die Termine auf der neuen Homepage, die ebenfalls derzeit in der Bearbeitung ist, veröffentlicht werden.

„Wir wollen Mitte März mit der neuen Homepage online gehen und werden darauf auch ein Video mit 360 Grad-Betrachtungen unserer Museumszimmer hochladen“, erklärt Eberhard Tiso, Vorsitzender des Trägervereins Niederbergisches Museum. „Der Film soll demnächst auch in Dauerschleife in unserem Eingangsbereich auf einem großen Bildschirm gezeigt werden und schon einmal darstellen, was die Besucher bei uns alles erleben können.“ Die Bildaufnahmen wurden in den Museumszimmern mit einer Drohne aufgenommen. Und auch sonst möchte sich das Museum in Zukunft moderner aufstellen, die Sozialen Medien als Werbeplattform nutzen und somit jüngere Menschen einladen, sich mit dem Museum zu beschäftigen.

„Wir haben derzeit zwischen 65 und 70 Ehrenamtler, wissen aber nicht wie viele nach dem Lockdown wirklich wiederkommen“, zeigt sich Karin Fritsche betrübt. „Von unseren sonst fünf Aushilfen sind auch nur noch 1,5 Kräfte aktiv. Wir mussten Personalkosten einsparen.“ Mit einem Anschreiben an die ehrenamtlichen Helfer hat Karin Fritsche ein Lebenszeichen vom Museum hinausgeschickt. „Wir möchten auch in dieser schweren Zeit füreinander da sein. Deshalb können sich die Ehrenamtler auch gerne bei uns melden, wenn sie beispielsweise Hilfe bei der Vergabe von Impfterminen benötigen oder zum Impfzentrum nach Erkrath gefahren werden müssen.“ 2019 hat das Museum durchschnittlich drei Veranstaltungen pro Woche gestemmt. „Dabei sind jeweils fünf ehrenamtliche Helfer notwendig. Zudem müssen die Räume beaufsichtigt  und bei den Bergischen Kaffeetafeln Küchendienst geleistet werden. Das geht nur mit ausreichend Unterstützung“, ergänzt Eberhard Tiso, der ebenso ungewiss in die Zukunft blickt. „Denn die Sorge, dass uns nach der Pandemie zahlreiche Helferinnen und Helfer abhandenkommen, ist groß.“

Das Themenjahr soll aber auch in diesem Bereich Abhilfe schaffen und die jüngere Generation anlocken. In Kooperation mit der angrenzenden Sekundarschule plant das Museum einen Fahrradparcours auf dem Schulhof. Zudem werden Familien eingeladen, sich an Radtouren zu beteiligen. „Diese sollen sowohl an Bauernhöfen als auch an benachbarten Museen vorbeiführen“, erklärt Karin Fritsche weiter. Die Firma Puky wird zudem für die Dauer der Ausstellung Kinderräder aus den 50er und 70er Jahren zur Verfügung stellen. 21 Museen beteiligen sich insgesamt an dem Themenjahr, das bis in den Sommer 2022 ausgeweitet wird. „2019 haben sich lediglich elf Museen beteiligt, weil die Organisation sehr umfangreich ist. Es ist schön, dass sich der Kreis erweitert hat. Das ist sicher ein Vorteil des aktuellen Lockdowns, weil wir mehr Zeit für die Planung haben“, so Karin Fritsche.