Trauzimmer Kutscherstuben Düssel Eheschließungen in Wülfrath

Wülfrath : Düssel hat ein neues Traumzimmer

Premiere: Paare können sich jetzt in den Kutscherstuben das Ja-Wort geben.

Anna Violetta Lex (32) und Achim Wolfgang Lederer (35) haben sich als erste getraut: Sie gaben sich am Donnerstag im neuen Trauzimmer der Kutscherstuben in Düssel das Ja-Wort. Bisher war Wasserburg die Außenstelle des Standesamtes im auch bei Paaren von außerhalb für die Eheschließung beliebten Dorf mit den beiden Kirchen und der historischen Fachwerkkulisse. Doch dieses Restaurant ist seit dem 4. Oktober geschlossen. Der Pachtvertrag von Gastronom Frank Hamann, gleichzeitig Chef der gegenüberliegenden Kutscherstuben, läuft am nächsten Mittwoch offiziell aus. Zuletzt hatte Hamann schon die Öffnungszeiten auf das Wochenende begrenzt, bewirtete auf Wunsch nur angemeldete Gruppen ab 20 Personen in der Wasserburg.

Neues Mobiliar im Raum
für bis zu 45 Personen

„Der Eigentümer hat sich bei nötigen Renovierungen wenig kooperativ gezeigt und jetzt soll die ganze Wasserburg verkauft werden“, erklärte Frank Hamann auf Nachfrage der WZ seinen Abschied vom zweiten gastronomischen Betrieb. Den hatte er erst Anfang Mai 2017 eröffnet. „Hier in den Kutscherstuben ist es doch viel schöner“, sagt Hamann jetzt. Seine Kunden teilen diese Meinung offenbar. Am Donnerstagmittag war die Gaststube voll besetzt, auch ohne die Hochzeitsgäste. Die nahmen im neuen kleinen Saal mit loderndem Kaminfeuer an der Rückseite Platz. Damit stilvoll in dem urigen Fachwerkhaus anno 1628 geheiratet werden kann, hat der Gastronom in die Ausstattung des Trauzimmers investiert. „Ich habe vor allem die passenden Möbel gekauft.“ Auch für andere Feierlichkeiten mit Gruppen bis zu 45 Personen gibt es jetzt an der Dorfstraße 6 genügend Platz.

Standesbeamtin Andrea Pabst traute das erste Brautpaar. Sie rief dabei in Erinnerung, wie sich die gebürtige Bremerin und der gebürtige Essener 2008 kennengelernt hatten. „Beim Tapetenabreißen in der Studenten-WG in Mainz.“ Er studierte Physik, sie Germanistik. Schnell folgte der erste gemeinsame Kneipenbummel durch die Mainzer Neustadt... Im Sommer 2018 radelten Anna Violetta und Achim Wolfgang durch Estland und Lettland. Beim Frühstück am 25. August machte sie ihm den Heiratsantrag. „Sie haben die schöne Kutscherstube ausgewählt, um durch einen außergewöhnlicheen Rahmen diesen besonderen Moment noch besser in Erinnerung zu behalten“, mutmaßte Andrea Pabst. Die WZ fragte die Frischvermählten, die jetzt in Wuppertal wohnen, was für Düssel sprach. „Ich bin zwar in Essen geboren, aber in Wülfrath aufgewachsen, habe hier einen großen Freundeskreis“, erklärte der Bräutigam. Groß Überzeugungsarbeit musste er nicht leisten. „Ich kenne Düssel ja nun schon seit ein paar Jahren, finde es sehr schön hier, und wir können gleich auch noch spazieren gehen“, verriet die Braut.

Auch hier können Paare
in Wülfrath heiraten

Neben dem Trauzimmer im Rathaus und jenem in Düssel sind Eheschließungen in Wülfrath auch noch im Kaminzimmer des Niederbergischen Museums, in der Kathedrale des Kommunikations-Centers Schlupkothen und bei gutem Wetter auch unter freiem Himmel möglich. In diesem Jahr haben sich bei bisher 92 Eheschließungen zwölf Paare für die Wasserburg und je vier für das Museum beziehungsweise die Kathedrale entscheiden. Trauungen können auch samstags sowie zwischen den Jahren, am 29. und 31. Dezember erfolgen. Es gibt noch freie Termine. Ansprechpartnerinnen sind Andrea Pabst, Telefon 02058/18-235, oder ihre Kollegin Angelika Reimer, Telefon -321 (beide auch per E-Mail). Besichtigungstermine für das Düsseler Trauzimmer gibt es unter Telefon 02058/782 28 09.