Neue Feuerwache in Tönisheide : Neue Wache am alten Standort

Die Feuerwehr rückt auch künftig von der Hochstraße aus, jedoch aus einem Neubau. Viele Aktive wohnen in der Nähe und sind bei Alarm schnell einsatzbereit.

. Die Freiwillige Feuerwehr erhält nun doch ein neues Gerätehaus am bisherigen Standort an der Hochstraße. Das beschloss der Haupt- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung und stützte sich dabei auf ein entsprechendes Gutachten. Im Januar überraschte Tobias Flentje-Meier, der Leiter der Nevigeser Löschzüge, den Bezirksausschuss mit der Tatsache, dass der bereits kurz vor der Vergabe stehende Neubau auf Eis gelegt wurde. So hatte der Kreis Mettmann als Aufsichtsbehörde der Velberter Wehr aufgelegt, das Schutzziel zu verbessern, weshalb über die Nutzung der vorhandenen Gebäude neu nachgedacht werden musste. „Innerhalb von fünf Monaten haben wir Ergebnisse“, kündigte der Stadtbrandinspektor an.

Nur 20 Prozent der Tönisheider Retter sind älter als 50 Jahre

Im Rahmen einer außerplanmäßigen Verpflichtungsermächtigung wurde jetzt den Ausschussmitgliedern das Gutachten zur „Prüfung der Planung des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses Velbert-Tönisheide“ vorgelegt. Darin wird festgestellt, dass ein Tönisheider Löschzug „aus einsatztaktischer Sicht zur Erreichung der Schutzziele unverzichtbar ist. Mehr als die Hälfte der 27 Feuerwehrangehörigen sind Atemschutzgeräteträger, genug für einen Innenangriff. Mit einem Anteil von 20 Prozent ist die Zahl der Retter, die älter als 50 Jahre sind, vergleichsweise niedrig. „Die Mannschaft ist demnach entsprechend leistungsfähig“, so der Schluss der Gutachter. Hinzu kommt, dass der Löschzug Tönisheide den Stadtteil planerisch vollständig innerhalb von drei Minuten Fahrzeit erreichen kann, außerdem kann er Teile von Neviges sowie Teile von Velbert-Mitte zur Erfüllung des ersten Schutzzieles erreichen.

Im Hinblick auf eine angemessen große Fläche für ein neues Feuerwehrgerätehaus für den Tönisheider Löschzug wurde eine Freifläche weiter nördlich an der Nevigeser Straße untersucht, gut eineinhalb Kilometer vom jetzigen Standort an der Hochstraße entfernt. Eine Fahrsimulation kam zu dem Ergebnis, dass es von diesem optionalen Standort Neuhaus planerisch zu einer besseren Abdeckung des Velberter Stadtgebietes innerhalb von acht Minuten führt. Allerdings hätten dann die aktiven Mitglieder der Wehr einen weiteren Weg zu ihren Einsatzfahrzeugen. Viele Feuerwehrmänner und -frauen wohnen in unmittelbarer Nähe des jetzigen Feuerwehrdepots an der Hochstraße, der Anfahrtsweg zum Standort Neuhaus wäre länger. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass sich die planerische Abdeckung verschlechtern würde. Auch wenn die vorhandenen Flächen an der Hochstraße eingeschränkt sind und eine Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses damit nicht möglich ist, empfiehlt die Untersuchung, den Neubau am jetzigen Standort zu errichten.

Während der Bauphase muss eine Zwischenlösung gefunden werden, um die Einsatzbereitschaft des Löschzuges 7 zu gewährleisten. Auch wenn das neue Konzept demnächst nur drei statt bisher vier Fahrzeuge vorsieht, kann sich der stellvertretende Wehrleiter Flentje-Meier für den Neubau an der Hochstraße begeistern: „Da haben wir Ausbaureserven, wir können eine Fülle neuer Kameraden aufnehmen.“