Tischler schwärmen von ihrem Beruf

Bei Guido Häger wurden zwei Mitarbeiter für ihre lange Betriebszugehörigkeit geehrt.

Velbert. „In meiner Tätigkeit als Obermeister der Tischlerinnung des Kreises Mettmann hatte bisher nur einmal die Gelegenheit, eine Ehrung für 25 Jahre Betriebszughörigkeit vorzunehmen“, gestand Frank Czasny. „Hier kann ich gleich zwei Mitarbeitern die Urkunden überreichen, das spricht für das Klima in der Firma.“

Lukas Klein, Auszubildender

Christian Häger ist bereits seit 25 Jahren in der Tischlerei seines Cousin Guido Häger tätig, ebenso Björn Gärtner. Beide hatten ihre Lehre in der Werkstatt von Klaus Bock in Tönisheide begonnen. Nachdem Guido Häger den Betrieb übernommen hatte, erfolgte der Umzug an die Donnenberger Straße, wo mit modernen Maschinen gearbeitet wird. „Früher haben wir die Sägen mit der Hand eingestellt, jetzt sorgen digitale Messeinrichtungen für ganz exakte Zuschnitte“, beschreibt Björn Gärtner den Fortschritt.

Der macht sich auch in der Beschlagtechnik für Möbel bemerkbar: „Die Technik der Auszüge ist sehr komplex geworden.“ Außerdem werden heute mehr Plattenwerkstoffe und weniger Massivholz verwendet, wie die beiden Jubilare festgestellt haben.

Während Christian Häger Freude an der Herstellung von ausgefallenen Möbeln hat, schwärmt Björn Gärtner von der Vielfalt des Berufes. Zu den Gratulanten gehörte der stellvertretende Bürgermeister Emil Weise, der wissen wollte, was ein Lehrling in diesem Beruf mitbringen sollte. „Räumliches denken, gut rechnen und zuschauen, wie was gemacht wird“, bringt es Meister Häger auf den Punkt. „Er sollte zwei bis drei Sätze geradeaus sprechen können, damit er mit der Kundschaft gut klar gut.“

Björn Gärtner, Tischler

Guido Häger hält das derzeitige Schulsystem, das stark auf die Hochschulreife ausgerichtet ist, nicht für optimal im Hinblick auf die Handwerksberufe, die geeigneten Nachwuchs suchen. Lukas Klein ist derzeit Auszubildender. Er hatte über ein Praktikum den Beruf für sich entdeckt und entschied sich bewusst gegen das Abitur und für die handwerkliche Ausbildung. „Das ist schon meins“, schwärmt er von der Tischlerei und hat die Karriere im Blick: „Nach der Lehre steht mir alles offen: Ich kann mein Fachabi machen und anschließend studieren.“

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