Tischler Häger setzt auf Hightech

Der Betrieb fertigt Möbel, Treppen und Fenster, aber auch spezielle Beschläge zum Einbruchschutz.

Neviges. Die moderne Technik macht vor alten Handwerksberufen nicht Halt, so wie bei den Tischlern. Waren früher fehlende Fingerglieder ein nahezu sicheres Kennzeichen für Schreiner, wie der Tischler im Süddeutschen genannt wird, kommen heutzutage kaum noch schwere Unfälle vor. „Ich kann mich an keinen in meinem Betrieb erinnern“, sagt Guido Häger, der vor 20 Jahren eine alteingesessene Firma in Velbert-Tönisheide übernahm und seit zehn Jahren im Gewerbegebiet an der Donnenberger Straße arbeitet. „Ausgereifte Maschinensicherungen verhüten Unfälle, wenn man die Sicherheitseinrichtungen anwendet.“

Hightech bestimmt nicht nur die Werkstatt, sondern auch die Produkte, besonders wenn es um das Sichern von Türen und Fenstern geht. „Über mein Smartphone kann ich von überall auf der Welt die Türen an meinem Haus öffnen oder sehen, ob alle Türen und Fenster zu sind. Aber was nützt mir das, wenn ich auf Mallorca bin und sehe, dass bei mir gerade eingebrochen wird?“ Im Einklang mit den Beratern der Polizei empfiehlt der Tischlermeister seinen Kunden, zuerst in eine stabile mechanische Sicherung zu investieren. „Wenn ein Einbrecher nach zwei Minuten Fenster oder Tür nicht geöffnet hat, gibt er meist auf. Versicherungen räumen Hauseigentümern oft sogar Rabatte auf die Prämie ein, wenn sie nachweisen, dass sie zertifizierte Sicherheitsbeschläge haben einbauen lassen.“

Viele der Beschläge, die den Einbrechern das Leben schwer machen, wurden selbstverständlich in der Schlüsselregion entwickelt und produziert. Neben dem Einbruchschutz fertigt Guido Häger mit seinen drei Gesellen und einem Auszubildenden Treppen, Fenster, Küchen und andere Möbel. Was alles so machbar ist, zeigte Chris Gass beim Tag des Tischlers, wo der ehemalige Lehrling sein Gesellenstück den interessierten Besucher vorstellte. Da er sich in seiner Freizeit gerne mit Gesellschaftsspielen vergnügt, baute er einen Spieltisch mit zahlreichen Schubladen und Ablagemöglichkeiten für Karten und anderes. Wenn nicht gespielt wird, lässt sich das Möbel in Windeseile zu einem Esstisch umbauen.

Chris Gass hat durch ein Praktikum seinen späteren Beruf kennengelernt und ist mit seiner Wahl sehr zufrieden. Er stellt fest: „Es macht Spaß. Man sieht am Ende des Tages, was man gemacht hat. Da hat man doch mehr davon, als wenn den ganzen Tag über Zahlenkolonnen am Bildschirm verschiebt.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung