Theater Minestrone begeistert das Publikum

Drei Mal war die Kathedrale voll. Das Stück „Bunbury“ wird auch in Wuppertal und Essen zu sehen sein.

Wülfrath. Zwei englische Gentlemen, die große Liebe und jede Menge Lügen und falsche Identitäten. Nach über einem halben Jahr Probenarbeit feierte das Theater Minestrone am Samstag die Premiere ihres neusten Stücks im Kommunikations-Center Schlupkothen. Das satirische Werk „Bunbury“, geschrieben von Oscar Wilde, wurde vor ausverkauftem Haus aufgeführt.

Neben den rasanten Dialogwechseln beeindruckte vor allem das aufwendige Bühnenbild, das Darsteller Uwe Bentz in mühevoller Kleinarbeit neben der Probenarbeit selbst baute. „Ich hatte zwar eine große Rolle mit sehr viel Text, aber ganz ehrlich? Den meisten Bammel hatte ich vor der Premiere davor, das Bühnenbild nicht rechtzeitig fertigzukriegen“, so Bentz, der eine der beiden männlichen Hauptrollen in „Bunbury“ spielte. „Zum Glück ist alles gut gegangen und das Feedback war durchweg positiv.“

Waldtraut Nickel war zum ersten Mal bei einer Aufführung des Theaters Minestrone. Von „Bunbury“ ist sie begeistert: „Ich kenne aber auch einige der Schauspieler persönlich, da ist man natürlich ein wenig befangen.“

Auch Regisseur Michal Nocon ist zufrieden. „Die Premiere ist immer ein großes Fragezeichen, weil man noch nicht weiß, wie das Stück tatsächlich ankommt“, so der gebürtige Pole. Aber auch nach der erfolgreichen Premiere ist die Arbeit noch nicht vorbei. „Das Theaterstück wächst mit jeder Aufführung“, erklärt Nocon.

„Für ein Laientheater war das unglaublich gut gespielt“, findet Zuschauerin Petra Grenzstein. Max Oehlert gefiel der besondere Oscar Wilde-Touch, der auch in „Bunbury“ zu finden sei. „Das Stück ist wunderbar ironisch, aber auch sehr schwierig.“ Vor den Leistungen des Ensembles habe er deshalb viel Respekt.

Im Oktober will das Theater Minestrone erneut „Bunbury“ in der Kathedrale zeigen. Anschließend sind Auftritte in Essen und Wuppertal geplant. Für 2015 arbeitet das Ensemble an einem neuen Ritter Rost-Stück. „Die Kultur in NRW und besonders in Wülfrath kämpft ums Überleben“, findet Hauptdarsteller Philipp Seibel. „Deshalb finde ich das auch so wunderbar, dass es trotzdem noch so viele Leute gibt, die sich engagieren, das Stück besuchen und das Theater Minestrone so unterstützen.“

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