Theater: Laien-Ensemble„Minestrone“ probt mit Profi

Theater: Laien-Ensemble„Minestrone“ probt mit Profi

Nach vielen Stücken in Eigenregie hat das Laien-Ensemble nun Regisseur Michal Nocon angeheuert.

Wülfrath. Misstrauisch beobachten sich die beiden ehemaligen Freunde. Die Stimmung ist angespannt. Ein Dialog entspinnt sich. „Stopp, ich muss einmal kurz die Szene unterbrechen“, ruft Regisseur Michal Nocon den beiden Schauspielern zu. „Philipp, du stehst viel zu weit hinten.

Du musst weiter nach vorne kommen.“ Seit Samstag probt das Theater „Minestrone“ sein neues Stück im Bürgerzentrum Rohdenhaus. Zu Pfingsten soll „Bunbury oder Ernst sein ist wichtig“, eine englische Komödie von Oscar Wilde, aufgeführt werden.

„Das Stück handelt von zwei Freunden, der eine kommt vom Land, der andere kommt aus der Stadt“, sagt Phillipp Seibel, 1. Vorsitzender und Schauspieler im Theater „Minestrone“. „Beide haben eine zusätzliche Identität.“

Im Verlauf des Stücks komme es zu Verwechslungen und allem was eine gute Komödie eben so ausmacht. „Vor einiger Zeit, habe ich das Stück gelesen und es war unglaublich lustig“, sagt Sandra Leidig, künstlerische Leiterin des Theaters. „Danach war mein erster Gedanke, das müssen wir einfach umsetzen.“

Nach mehreren Stücken in Eigenregie entschloss sich das Ensemble für „Bunbury“ einen erfahrenen Regisseur von außerhalb einzukaufen. „Ich war sehr überrascht, dass die Schauspieler bereits alle ihre Texte können“, sagt Michal Nocon. „Das macht die Arbeit als Regisseur deutlich einfacher.“ Auch wenn das Theater „Minestrone“ eine Laienspieltruppe ist, arbeitet Nocon mit ihnen auf professioneller Ebene — mit unkonventionellen Methoden.

„Ich hatte darauf bestanden, dass zur ersten Probe alle in schwarzer Kleidung erscheinen“, so Nocon. „Das war für alle Beteiligten erstmal ein wenig irritierend.“ Er wolle sich nur auf die Gesichter konzentrieren, farbige Kleidung lenke da schnell ab: „In Schwarz hingegen sind sie alle unbeschriebene Blätter.“

Philipp Seibels erster Eindruck vom neuen Regisseur fällt positiv aus: „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel jemand, der wirklich Regie führen kann, aus einzelnen Szenen, Passagen, sogar Sätzen herauskitzeln kann. Es ist ungewohnt und anstrengend, aber es macht auch wahnsinnig viel Spaß.“

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