Wülfrath : Terminkalender der Frisöre voll

Ungewollt lange Haare sind ab Montag Geschichte – wenn es denn einen verbindlichen Termin gibt

. Ab Montag geht der Lauf auf die Friseursalons los. Mit Bekanntgabe seitens des Bundes, dass die Haarstudios wieder für Kundenverkehr öffnen dürfen, stehen die Telefone auch bei den Wülfrather Friseuren nicht still. Dem Wildwuchs auf dem Kopf soll der Kampf angesagt werden und dafür legt Christiane Heiden-Röhrig von gleichnamigen Friseurladen Heiden an der Jahnstraße auch gerne Zusatzschichten ein. „Ich beginne bereits am Montag“, versichert die Inhaberin, die ihre fünf Mitarbeiter und die Auszubildende erst am Dienstag als Unterstützung dazu holt. Aus der Kurzarbeit ist das Team aber schon seit dieser Woche zurück. Abläufe und Anmeldetermine müssen durchgesprochen werden.

Einmalumhänge braucht es nicht, medizinische Masken schon

An den Hygienevorgaben hat sich seit vergangenem Dezember nicht viel verändert. „Auf die Einmalumhänge können wir verzichten, dafür müssen die Kunden und wir jetzt alle medizinische Masken tragen“, erklärt Christiane Heiden-Röhrig weiter und ergänzt, dass auch weiterhin pro zehn Quadratmeter Raumgröße ein Kunde bedient werden darf. Bis zu den Osterferien ist ihr Terminkalender bereits prall gefüllt. Wer noch einen Termin ergattern will muss Glück haben, wenn spontan ein Kunde absagt.

Glücklich sind Kunden und Friseure gleichermaßen, dass es endlich wieder losgeht. Das kann auch Bettina van Assem vom Haarstudio Phantasie an der Alten Ratinger Landstraße bestätigen. Bis zu den Osterferien ist sie und ihr Team aber nicht ausgebucht. „Wir können auf Grund der Größe unseres Ladens vier Plätze gleichzeitig bedienen“, erklärt die Inhaberin. Um den Kunden, die bereits einen Termin hatten und dann im Zuge des Lockdowns darauf verzichten mussten zu bevorzugen, hat das Team diesen Kunden einen Vortritt gewährt. „In den Gesprächen wurde deutlich, dass sich viele Männer bereits selbst die Haare geschnitten haben“, schmunzelt Mitarbeiterin Anke Del Vento, die sich schon auf die Ergebnisse freut. Der dreimonatige Lockdown wurde im Haarstudio Phantasie für kleine Neuerungsarbeiten genutzt. Am Ablauf wird sich mit dem Wiedereinstieg am Montag aber nicht viel ändern. „Wir dürfen nur keine Getränke und Zeitschriften mehr ausgeben“, erklärt Anke Del Vento, die sich diesbezüglich mit dem Ordnungsamt kurzgeschlossen hat. „Das Ordnungsamt wird auch regelmäßig für Kontrollen vorbeikommen“, versichert sie.

In Michelle`s Haarschneiderei Zur Loev werden auch am Montag die ersten Köpfe von ungeliebten Haarwuchs befreit werden. Inhaberin Michelle Daus und ihr Team haben im Vorfeld noch einmal einen Großputz eingelegt. „Und wir hübschen uns nochmal gegenseitig auf, weil im Anschluss keine Zeit mehr dafür bleibt“, ist sie sich sicher. Das Terminbuch ist für den März bereits prall gefüllt. Besonders freut sich Michelle Daus über die Resonanz der Kunden, die das baldige Öffnungsangebot gerne annehmen. „Viele sind natürlich noch zurückhaltend, aber einige wollen einen Termin weil sie sich sorgen, dass wir vielleicht bald wieder schließen müssen“, erklärt die Inhaberin, die insgesamt mit fünf Mitarbeitern im Salon steht. Auf Grund der Größe des Ladens können einige Kunden gleichzeitig bedient werden. Eine Umstrukturierung bei den Hygienemaßnahmen war daher nicht notwendig. „Wir haben auch schon vor dem Lockdown medizinische Gesichtsmasken getragen“, berichtet Michelle Daus, der die Sicherheit ihrer Kunden, aber auch ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt.

Meryem Akbayir vom Salon Hair Design Bora an der Wilhelmstraße kann ebenfalls auf ein volles Terminbuch blicken. „Der März ist auch bei uns voll“, berichtet die Friseurin, die hauptsächlich Stammkunden in dieser Zeit bedient. „Neue Kunden können wir aktuell erstmal nicht aufnehmen“, erklärt sie. Gemeinsam mit ihrem Bruder betreibt Meryem Akbayir den Salon, der neben den beiden Friseuren noch drei Kunden fassen kann. „Das passt für uns sehr gut. Während die Farbe einwirkt, können wir bei den anderen beiden Kunden waschen, schneiden und föhnen.“ Mit Blick in ihr Umfeld ist der Friseurin aufgefallen, dass schon zahlreiche Köpfe frisch frisiert aussehen. Das ist in ihren Augen nur verständlich. „Viele Menschen haben einen Friseur im Bekanntenkreis. Da wir Salons sehr spontan schließen mussten, konnten einige Kunden nicht mehr zum Friseur gehen.“ Die Freude, dass es endlich wieder losgeht, ist aber auch im Salon Hair Design Bora groß. „Wir freuen uns sehr, unsere Kunden endlich wiederzusehen.“