Neviges : Tempo 30-Zonen werden ausgebaut

Bezirksausschuss Neviges stimmt für mehr Sicherheit in den Wohngebietn.

Der Bezirksausschuss war diesmal ziemlich flott. Nach einer guten halben Stunde war man mit dem öffentlichen Teil durch, was auch daran lag, dass einige Tagesordnungspunkte auf die nächste Sitzung verschoben und einer zurückgezogen wurde. Ansonsten herrschte in vielen Punkten nahezu Einstimmigkeit, wie zum Beispiel bei dem Förderantrag zur energetischen Stadtsanierung, einem Programm mit dem private Gebäudeeigentümer besser auf vorhandene Fördermöglichkeiten für regenerative Energien aufmerksam gemacht werden sollen. „Ich möchte die Bürger bitten, dass anzunehmen“, so der nachdrückliche Wunsch des Beigeordneten Jörg Ostermann.

Stefan Ludwig (CDU) würde gerne
auch Tönisheide strahlen lassen

Bis auf eine Gegenstimme wurde der Masterplan Licht für Neviges verabschiedet. Stefan Ludwig (CDU) vermisste allerdings Bereiche in Tönisheide. „Wenn es darum geht, besondere Objekte anzustrahlen, muss man schauen, wie man es umsetzen kann“, zeigt sich Jörg Ostermann flexibel. Der Beigeordnete versicherte August Friedrich Tonscheid (Velbert anders), dass die Fachausschüsse und der Bezirksausschuss bei der weiteren Umsetzung nicht übergangen werden. In dem aktuell zu beschließenden Haushalt für dieses Jahr taucht der Posten Masterplan Licht bewusst nicht auf: „In 2021 wird vorbereitet, in 2022 wird umgesetzt“, so die weitere Information von der Verwaltungsbank.

Derzeit gibt es im gesamten Stadtgebiet von Velbert und insbesondere in Neviges etliche Wohnbereiche, in denen die innerorts erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern in der Stunde gefahren werden darf. Die Einrichtung von mehr Tempo 30-Zonen wäre straßenverkehrsrechtlich möglich. Ziel dieser Zonen ist es, in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie hohem Querungsbedarf eine Verkehrsberuhigung zum Schutz der Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu schaffen und die nichtmotorisierten Verkehrsarten zu fördern. Wichtig ist dabei, dass auch die bauliche Gestaltung der Straßen, den Eindruck einer Tempo 30-Zone unterstützt. In Neviges kämen dafür fast alle Wohnstraßen um die Innenstadt bis hinauf zum Burgfeld, dem Pastoratsberg, und fast alle Straßen im Siepen, die nicht zum ÖPNV- und Vorfahrtsstraßennetz gehören, in Betracht. Die bisherige Gefahrzeichenbeschilderung „30“ mit „Achtung Kinder“ und „Schule“ im Bereich der Schulen und der Kindertagesstätten würde bei einer Ausweitung der Tempo 30-Zonen durch die Schilderkombination „Achtung Kinder“ und „Schule“ ohne die Geschwindigkeitsangabe ersetzt.

Auf Tönisheide würde ein Teil der Straße Zum Papenbruch mit der angrenzendem Milchstraße, Weierstall und Ewald-Jochem-Straße in den Genuss der Entschleunigung kommen.

„Wir begrüßen jede Tempo 30-Zone“, stimmte Michael Pannen (Bündnis 90/Die Grünen) zu. Christdemokrat Stefan Ludwig hofft, dass so einige Schilder verschwinden. Mit dem Beschluss wurde der SPD-Antrag für Tempo 30 auf der Ansembourgallee und Eichenstraße hinfällig. Der Einmündungsbereich Letzterer mit der Tannenstraße wird neu gestaltet, um die Sichtbarkeit zu verbessern.

Zehn Ideen für den Schlosspark sollen im Mai einsehbar sein

Zur Stadtentwicklung von Neviges konnte Jörg Ostermann Einiges berichten: „Wir bereiten einen Antrag auf Städtebauförderungsmaßnahmen vor, ebenfalls für das Fassadenprogramm, das ein sehr gutes ist.“ Weitere Stadtbaumittel werden für den „Grünen Pfad“, die Verschönerung des Fußgängertunnels an der Bernsaustraße und eben den Masterplan Licht eingeworben. Für die Außenanlagen des Hardenberger Schlosses werden zehn Wettbewerbsvorschläge angefordert, die im Mai von der Öffentlichkeit einzusehen sein sollen.

„Wann werden an der Siebeneicker Straße auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses die neuen Wohnhäuser gebaut?“, wollte August Friedrich Tonscheid wissen. „Die Baugenehmigung ist ausgesprochen, jetzt liegt es an dem Eigentümer anzufangen“, informierte der Beigeordnete Jörg Ostermann.