Wülfrath : Tafel: Trotz Corona viele Spenden

Zahlreiche Weihnachtspakete wurden am Montag bei der Tafel abgegeben und werden am heutigen Dienstag an die Bedürftigen ausgeteilt.

Die diesjährige Weihnachtspaket-Aktion der Tafel Niederberg stand ganz im Zeichen der anhaltenden Corona-Pandemie. Bereits im Vorfeld haben sich die ehrenamtlichen Helfer eine Lösung überlegt, die Kontaktmöglichkeiten auf ein Minimum zu beschränken. Und so fand zur Paketannahme am Montag ein Drive-in-Schalter vor dem Haupteingang der Kreissparkassenfiliale an der Goethestraße/Am Diek statt. Das Ordnungsamt hatte die beiden Parkplatzbuchten vor dem überdachten Eingang für die Autofahrer abgesperrt, sodass die Helfer die Päckchen direkt aus dem Auto entgegennehmen konnten. „Das funktioniert ganz hervorragend“, zeigte sich Helgard Fronober begeistert. Die Ehrenamtlerin stand gemeinsam mit drei weiteren Helfern am neuen Drive-in-Schalter.

In der Stadtkirche wiederum nutzen Gudrun Seidel und Rosemarie Hütten-Bruchhaus den Nachmittag, um die angelieferten Pakete der Größe nach zu sortieren. „Wir stellen die Pakete auf den Bänken zurecht, damit die Verteilung am Dienstag besser funktioniert“, erklären die Damen, die beide seit knapp zwei Jahren zum Tafelteam gehören. Immer wieder blicken die beiden Damen in die Pakete hinein, um den Inhalt zu kontrollieren und dem jeweiligen Kategorien zuzuordnen. „Es gibt Pakete für Singles, aber auch für Paare und Familien. Hier unterscheiden wir nochmal unter Kleinfamilien mit einem Kind oder Großfamilien mit mehreren Kindern“, erklärt Gudrun Seidel, die vom Ideenreichtum der Spender ganz begeistert ist. Nicht nur die Lebensmittel sind liebevoll für das bevorstehende Weihnachtsfest ausgewählt worden, auch kleine Überraschungen – von selbstgeschriebenen Karten bis hin zu kleinen Kerzenhaltern und Süßwarengeschenken – lassen sich in den verpackten Päckchen finden.

Auch die Drive-in-Lösung
der Tafel funktioniert

Zurück am Annahmestand zeigt sich auch Bürgermeister Rainer Ritsche von der Spendenbereitschaft der Wülfrather beseelt. „Letzte Woche Samstag bin ich noch mit Mitarbeitern der Tafel Niederberg durch die Innenstadt gelaufen und habe mit Flyern auf die Weihnachtspaketaktion aufmerksam gemacht“, erinnert er sich. „Ich freue mich sehr, dass sich so viele Menschen an der Aktion beteiligen.“ Auch die Drive-In-Lösung der Tafel ruft bei Ritsche lobende Worte hervor. „Das ist alles sehr gut organisiert worden.“ Pfarrer Monsignore Herbert Ullmann, der erst in diesem Jahr die Pfarrgemeinde St. Maximin übernahm, stattet dem Helferteam am Annahmestand ebenfalls einen Besuch ab.

Dass die Aktion durchaus von zwei Seiten betrachtet werden kann, gibt er zu bedenken. „Diese Aktion ist Solidarität pur. Mit einem so enormen Spendeneingang habe ich nicht gerechnet. Ich blicke aber auch mit Besorgnis auf die hohen Zahlen an Bedürftigen, die die Tafel Niederberg schon länger kennt“, so seine Worte. Miroslaw Lubos, Leiter des Privatkundenbereichs der Kreissparkasse Düsseldorf, ließ sich die Möglichkeit nicht entgehen, vor der eigenen „Haustür“ Unterstützungsarbeit zu leisten und die Helfer mit heißem Kaffee auszustatten.

Er selbst ist er seit einem halben Jahr in der Filiale aktiv, hat vorher in Erkrath gearbeitet. „Dass sich die Wülfrather untereinander so unterstützen, das ist für mich wirklich eine große Überraschung“, freut sich dieser mit Blick auf die zahlreichen Pakete, die im Transportwagen der Tafel verstaut werden, um im Anschluss zur Stadtkirche transportiert zu werden. Darunter auch fünf Pakete der SPD, die innerhalb der Fraktionsreihen rund 190 Euro für die Aktion gesammelt hat. „Das ist bei uns schon lange Tradition“, verrät Wolfgang Preuß, der gemeinsam mit Parteikollegen die Pakete vorbereitet hat. „Wir haben auch Lebensmittelgutscheine gekauft, die sind erfahrungsgemäß immer sehr beliebt“, ist sich Preuß sicher.

Dass die Corona-Pandemie und die Sorge vor einer Ansteckung bei den Wülfrathern nicht dafür gesorgt hat, dass die Pakete in diesem Jahr weniger werden, dieses Resümee zieht Hergard Fronober schon nach wenigen Stunden. „Zwei volle Fuhren haben wir schon abtransportieren können und die Menschen kommen immer noch. Wir hatten erst etwas Sorge, dass wir nicht genügend Pakete bekommen, aber diese Angst war unbegründet. Die Wülfrather beteiligen sich jedes Jahr zahlreich an der Paketaktion und für uns Ehrenamtler ist es auch unser Jahreshöhepunkt.“