Wülfrath Strenge Regeln in der Kleiderkammer

Wülfrath. · Seit Anfang März hatte die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes Wülfrath (DRK) an der Wilhelmstraße Corona-bedingt geschlossen. Zu ungewiss war die Situation um die Verbreitung des Virus. Am Montag durften die ehrenamtlichen Damen erstmalig wieder der Pforten der Kammer öffnen.

 Die Einrichtung an der Wilhelmstraße 88 seht montags wieder Spendern und Kunden offen.

Die Einrichtung an der Wilhelmstraße 88 seht montags wieder Spendern und Kunden offen.

Foto: Tanja Bamme

„Angst mich anzustecken habe ich eigentlich nicht“, berichtet Meda Zukic. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Heide Buschhaus stemmt sie den ersten Tag nach der monatelangen Zwangspause. Klare Hygienevorgaben regeln den Arbeitsalltag der beiden Frauen. „Jede Person muss sich in eine Liste eintragen und Kontaktdaten hinterlassen. Das gilt für Bürger, die Kleidung abgeben ebenso wie für diese, die Kleidung kaufen“, so die Damen. Auch ist das Tragen einer Mund-Nase-Maske unerlässlich. Vor dem Eingang zum Verkaufsraum befindet sich zudem ein Desinfektionsspender. „Wir dürfen, zusätzlich zu uns, maximal drei Personen aus unterschiedlichen Haushalten gleichzeitig in den Räumen haben“, erklärt Meda Zukic. „Wenn die Personen aus einem Haushalt stammen, dürfen es vier sein.“

Den größten Ansturm konnten die Ehrenamtlerinnen bei der Abgabe der Kleidung beobachten. Bevor der eigentliche Verkauf starten konnte, wurde säckeweise Kleidung entgegen genommen. „Wir möchten nochmal darauf hinweisen, dass wir ausschließlich saubere und gut erhaltene Kleidung gebrauchen können“, so Heide Buschhaus, die schon ganz andere Stücke entgegen genommen hat. „Dreckige Kleidung die nach Keller riecht oder sogar dreckige Unterwäsche haben wir schon in den Säcken gefunden. Sowas geht überhaupt nicht. Außerdem ist es für uns doppelte Arbeit, weil wir diese Kleidungsstücke selbst entsorgen müssen.“

Wie sehnsüchtig der Eröffnung der Kleiderkammer entgegengesehnt wurde, verraten die zwei Damen gerne. „Immer wieder sind wir angerufen worden, wann wir wieder öffnen. Zahlreiche Menschen sind auf das Angebot angewiesen. Auch haben wir in der Zwischenzeit immer wieder Kleidungssäcke vor dem Eingang gefunden.“

Zwischen einem und vier Euro kosten die Kleidungsstücke, die in dem Kellergewölbe, in dem die Kleiderkammer untergebracht ist, in drei Räumen aufgeteilt sind. Strukturiert finden Kunden Ware für Kinder, Damen und Herren fein säuberlich an Stangen und in Regalen. Der erste Öffnungstag war jedoch noch recht verhalten besucht. „Wir haben am Ende sieben Kunden gezählt. Probleme, dass sich jemand in die Liste eintragen und die Hygienemaßnahmen berücksichtigen mussten, gab es keine“, so Meda Zukic. Eigentlich gehören dem ehrenamtlichen Kleiderkammerteam vier Damen an, die sich abwechseln. Im vergangenen Jahr konnte das DRK durch das Angebot mehrere tausend Kleidungsstücke verkaufen und somit einen Großteil der anderen Angebote refinanzieren.

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