Wülfrath : Stillstand im Vereinsleben

Die anhaltende Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf sämtliche Bereiche, auch auf die Vereinsarbeit. Die vier Wülfrather Bürgervereine haben allesamt ihre Jahresplanungen an den Nagel hängen können.

Tagesfahrten, aber auch Sommer- oder Osterfeste mussten abgesagt werden. „Dass unsere diesjährige Fahrt nach Wismar ausgefallen ist, hat die Mitglieder besonders hart getroffen“, ist sich Adelheid Heiden sicher. Die erste Vorsitzende vom Bürgerverein Wülfrath zählt, ebenso wie der Großteil ihrer 227 Mitglieder, zur Risikogruppe. Und so wurde nicht nur der mehrtägige Ausflug abgesagt, auch die monatlichen Stammtische im Eiscafé Paciello ruhen seit Ausbruch der Pandemie.

„Ich möchte die Verantwortung für ein Zusammentreffen noch nicht übernehmen. Es kommen zu einem Stammtisch schließlich nicht nur zehn Personen, wir sind stets sehr gut besucht. Das ist noch zu gefährlich“, so die Vorsitzende, die sich in der kommenden Woche erst einmal mit ihrem Vorstand zusammensetzen möchte. „Dort planen wir dann die weiteren Schritte. Vielleicht werden wir im August unsere Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus Am Pütt veranstalten. Dort kann man ausreichend Abstand halten.“ Auch soll bei der Versammlung über Förderungen gesprochen werden.

„Ich schlage vor, dass wir das Niederbergische Museum und den Zeittunnel unterstützen. Beide Einrichtungen haben wegen des Virus stark gelitten.“ Dieser Vorschlag muss allerdings persönlich besprochen werden. Kontakt während der Pandemie-Zeit kann Adelheid Heiden mit ihren Mitgliedern kaum halten. „Wir haben vielleicht von 30 Mitgliedern Emailadressen. Das macht den Austausch schwierig.“

Thomas Kaulfuß vom Bürgerverein Wülfrath-Düssel kommuniziert mit seinen Mitgliedern über die Homepage, aber auch über die im Ortsteil vorhandenen Schaukästen. Mit einem Bilderrätsel möchte der Vorsitzende die Düsseler zu ortsnahen Aktivitäten motivieren. „Alle 14 Tage veröffentlichen wir ein neues Bild. Die Mitglieder müssen raten, wo dieses aufgenommen wurde“, erklärt Thomas Kaulfuß das Vorgehen.

Auch regelmäßige Newsletter werden per Mail an die Mitgliedsreihen verschickt. Neben diesen Aktionen befindet sich der Bürgerverein allerdings im Dornröschenschlaf. Jahreshauptversammlung und Stammtische sind bisher ausgefallen. „Vielleicht werden wir demnächst wieder einen Stammtisch initiieren, noch steht aber kein Datum fest.“

Gemeindezentrum wird
nicht mehr vermietet

In Rohdenhaus hätte an diesem Wochenende eigentlich das Dorffest zur Geselligkeit geladen. „Jetzt hoffen wir, dass zumindest unser St. Martinszug stattfinden kann“, zeigt sich Olaf Schwingen vom Bürgerverein Rohdenhaus optimistisch. Neben den Vereinsaktivitäten ist auch die Vermietung des Gemeindezentrums eingestellt worden. Eine wichtige Einnahmequelle für den Verein. „Wir müssen uns jetzt erst wieder neu finden und überlegen, wie es weiter geht“, so Olaf Schwingen, der gemeinsam mit den Mitgliedern über eine Whatsapp-Gruppe kommuniziert. Nach den Sommerferien möchte der zweite Vorsitzende zur gemeinsamen Vorstandssitzung laden. „Dann sollen diese Themen besprochen werden.“

Dirk Klüser vom Bürgerverein Flandersbach geht virtuelle Wege, plant in Zukunft sogar Videokonferenzen mit den Bürgermeisterkandidaten. „Den Start machte in dieser Woche bereits Rainer Ritsche, der diesbezüglich auf uns zugekommen ist“, erklärt der Vereinsvorsitzende, der für diese digitalen Veranstaltungen Fragen aus den Mitgliederreihen sammelt. Ansonsten hält Dirk Klüser seine Mitglieder über Schaukästen und einen Emailverteiler auf dem Laufenden.

Den größten Verlust macht der Vorsitzende am Ausfall des jährlichen Osterfeuers aus. Pläne, dieses in ähnlicher Form mit einer begrenzten Anzahl an Personen zu wiederholen, sind bisher an der Kommunikation mit dem Ordnungsamt gescheitert. „Dabei wäre es wünschenswert, ein kleines Brauchtumsfeuer auf der Wiese zu realisieren“, sagt der Vorsitzende. Der Bürgerverein Flandersbach feiert zudem in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr ist bisher jedoch ausgebremst worden. „Jetzt wollen wir uns selbst ein Geschenk machen und uns was Schönes gönnen. Vielleicht wird dabei das Hortensien-Beet in der Dorfmitte umgestaltet. Das müssen wir noch intern besprechen.“