Stationen der Stadtgeschichte

Am Mittwoch wurden die ersten Stelen des „Historischen Wegs“ vom Schloss über den Dom bis zur Altstadt feierlich enthüllt.

Neviges. Das Signal, das von dieser Enthüllung ausgeht, steht für Bürgermeister Stefan Freitag fest: „Neviges ist eine Reise wert.“ Die am Mittwoch enthüllten sechs von später einmal neuen Stelen seien ein Beitrag dazu, „Lust auf Neviges zu machen“.

Und der Stadtteil, fügte er voller Überzeugung hinzu, „hat noch mehr Highlights als Langenberg zu bieten. Von Mitte ganz zu schweigen“. Vielleicht auch deshalb genießt Neviges für die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Velbert in diesem Jahr „absolut Priorität A“, wie Hanno Polte von der Stiftung sagte.

Stattliche 70 000 hat die Stiftung in den Wegweiser des „Historischen Wegs“ investiert, „ein Weg mit Mehrwert“, wie Freitag sagte. Er ermögliche einen informativen Spaziergang, „der sich nicht auf Schloss und Dom beschränkt, sondern bewusst die Fußgängerzone einbezieht“.

Er hat die Hoffnung, dass mit den Stelen das gelinge, was schon in den 60er Jahren zu Zeiten des Dombaus in der Diskussion war: Wie lenkt man die Pilger in die Fußgängerzone?

Die dreiteiligen Hinweismodule sind mit ihrem knalligen Signalrot nicht zu übersehen — ein überlegter moderner Kontrapunkt zur geschichtsträchtigen Innenstadt. Zugleich nehmen sie die Rose aus dem Mariendom als Motiv auf. Für die Gestaltung war die Firma mediaclou verantwortlich, für die Produktion der Edelstahl-Stelen die Firma W+M Metallbau — beide aus Neviges.

Die Technischen Betriebe haben die Stelen aufgestellt. Die Tafeln sind mit einer besonderen Folie versehen, die ihnen Schutz vor Graffiti bietet.

Von den Hinweistafeln profitieren nicht nur Besucher, Touristen und Pilger, sondern auch Bürger dieser Stadt, ist Freitag überzeugt. An diese appellierte er, ebenso einen Beitrag zur neuen Lust auf Neviges zu leisten. „Wir sollten weniger jammern, sondern uns mehr darüber freuen, was wir Tolles haben“, mahnte er.

Das sei wie bei zwischenmenschlichen Beziehungen: „Wer attraktiv wirken will, stellt seine Stärken in den Vordergrund.“ In diesem Sinne dürfte auch ein Stadtentwicklungsprogramm nicht zerredet werden. Er forderte mehr gemeinsames, zielorientes Agieren. „Dann gelingt etwas Gutes, wie der ,Historische Weg’.“

Dass der ausgewiesene Weg Vergangenheit und Gegenwart zusammenführe, betonte Sparkassen-Chef Jörg Buschmann. Durch die Tafeln werde historisches Wissen sichtbar. Das sei außerdem praktische Denkmalpflege. Neviges sei ein interessanter Stadtteil, der jetzt noch mehr dazu beitragen könne, den Tourismus in Stadt und Region voranzubringen.

Zuversicht mit einer Portion Skepsis spricht aus Ute Meulenkamp, Vorsitzende der Werbegemeinschaft: „Es wäre schön, wenn es gelingen könnte, dass die Innenstadt von den Pilgern profitieren könnte. Wir denken schon so lange darüber nach.“

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