Auch in der Vorburg von Schloss Hardenberg kann der Bund fürs Leben geschlossen werden : Im Rittersaal soll es wieder Ja-Worte geben

Das Standesamt der Stadt Velbert hat sich personell verstärkt. Im Trauzimmer hängen Bilder des Künstlers Günter S. Vollmer. Neviges steht bei heiratswilligen Paaren besonders hoch im Kurs.

Nachdem der langjährige Standesamtsleiter Bernd Ewald und seine Vertreterin Ingeborg Kämmer in den Ruhestand gegangen sind, ist Rainer Lubek wieder ins Standesamt zurückgekehrt, dem er als Stellvertreter von 1997 bis 2002 vorstand. Über seine Enkel in einem Bonsfelder Kindergarten kam der Langenberger mit dem Maler Günter Vollmer in Kontakt und bat ihn, Bilder für das neugestaltete Trauzimmer zu schaffen, die auch käuflich erworben werden können, wenn das Hochzeitspaar eine besondere Erinnerung haben möchte.

Unterstützt wird Rainer Lubek durch seine Stellvertreterin Bettina Schütz. Ihnen zur Seite stehen fünf sogenannte Eheschließungsstandesbeamte, die nichts anderes als Trauungen machen. Neben Gunda Bicerik, Susanne Susok und Nina Kerßenfischer sind das Bürgermeister Lukrafka und sein Stellvertreter Emil Weise.

„Wir können nicht nur hier, sondern auch an anderen Stellen der Stadt ein besonderes Ambiente bieten, weshalb viele Paare gerne nach Velbert kommen“, begründet der Bürgermeister die personelle Aufstockung. So wie Dirk Lukrafka hatten die Eheschließer zuvor in der Akademie für Personenstandswesen im hessischen Bad Salzschlirf einen Crashkurs absolviert.

Im vergangen Jahr wurden in Velbert 354 Ehen geschlossen, viele von außerhalb, besonders viele aus Essen. „Die haben dort keine Kapazitäten“, weiß Rainer Lubek. Velbert kann für den Hochzeitstag ausgefallene Lokalitäten bieten. Neben dem Trauzimmer im Rathaus und dem Best Western Parkhotel in Velbert-Mitte bietet sich im Langenberger Bürgerhaus das Bergische Zimmer für kleinere Gesellschaften an, wer gleich nach dem Ja-Wort groß feiern möchte, kann das dort im kleinen Saal machen. Die Villa Au ist zwar keine städtische Immobilie, dort gibt es die Möglichkeit, im Freien oder in einem Pavillon den Bund fürs Leben zu schließen. In Neviges bieten sich je nach Anzahl der Hochzeitsgäste der Ost- oder Westflügel der Vorburg an, der benachbarte Park wird von den Fotografen für sein besonderes Ambiente geschätzt. „Für dieses Jahr sind wir ausgebucht“, so Lukrafka, der daran erinnert, dass früher im Herrenhaus Eheschließungen möglich waren. Nach seinem Willen soll das künftig auch wieder im Rittersaal möglich sein. Der Kreis der Eheschließungsbeamte wird noch erweitert werden. „Da werden wir eine genaue Auswahl treffen, diese Personen müssen sehr vertrauenswürdig sein. Gunda Becerik, die bereits früher Standesbeamtin war, ist immer noch bei jeder Eheschließung ein bisschen aufgeregt: „Ich möchte den Menschen was fürs Leben mitgeben.“ Kürzlich hatte sie einen Ur-Bayern vor sich, der zur zweiten Ehe extra ins Bergische kam und feststellte: „Bayern hat bei der ersten Ehe kein Glück gebracht.“