Wülfrath : Engagierte Teilnehmer treten in die Pedale

Deutlich mehr Fahrradfahrer haben sich bislang an der Aktion „Stadtradeln“ beteiligt. Teilnehmer äußern verstärkt Kritik bezüglich der Wülfrather Radwege. Aktion läuft noch bis zum 1. Juni.

Nach und nach finden sich immer mehr Radfahrer vor dem Zeittunnel ein, an die 100 Teilnehmer sind es schließlich. Zusammen wollen sie nach Haan-Gruiten fahren, wo sich Radfahrer aus allen kreisangehörigen Städten nach einer Sternfahrt treffen. Sie ist der Auftakt zum dreiwöchigen „Stadtradeln“. „In Wülfrath haben sich zwölf Teams angemeldet und mit rund 70 Teilnehmern hat sich die Anmeldezahl aus dem Vorjahr fast verdreifacht. Ich bin gespannt, wie viele Kilometer wir diesmal schaffen“, sagt Klimamanagerin Ursula Kurzbach.

„Ich habe mich gestern erst mit einem eigenen Team angemeldet“, erzählt Teilnehmer Ben Buiting. „Das Team ,Flehenberger Cyclist´ besteht aber bisher nur aus meiner Frau und mir“, räumt er ein, „ich hoffe aber, dass sich noch mehr Radler anschließen.“ Für ihn sei es wichtig, mit der Aktion darauf aufmerksam zu machen, dass mehr für den Klimaschutz getan werden muss. „Außerdem ist man motivierter mehr zu fahren, wenn man sich angemeldet hat.“ Seine Frau hat sich deshalb sogar vorgenommen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. „Natürlich gibt es auch zu wenig Fahrradwege“, meint Buiting mit Blick auf die Wülfrather Infrastruktur. Er sagt aber auch: „Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern müssen reduziert werden.“

Hoffnung, dass sich noch mehr Menschen in Zukunft beteiligen

Tina Guenther, Sachkundige Bürgerin für die Grünen im Ausschuss für Umwelt und Ordnung, macht wie Familie Buiting zum ersten Mal beim „Stadtradeln“ mit. „Wir haben uns dem Offenen Team angeschlossen. Ich hoffe aber, dass wir im nächsten Jahr ein eigenes anmelden“, sagt sie, „und dass die Teilnehmerzahl in Wülfrath in den nächsten Jahren weiter nach oben geht.“ Im Alltag fahre sie viel Fahrrad, vermisse aber genügend und geeignete Radwege. „Sie sind oft zu schmal und auf dem Stand von vor Jahrzehnten“, ist ihre Meinung.

Oft müsse man Angst haben, mit den schneller fahrenden Pedelecs zu kollidieren. „Und wenn man als Radfahrer auf Straßen ohne Radweg fährt, ist das sehr gefährlich. Die Fahrrad-Infrastruktur im ganzen Kreis Mettmann muss verbessert werden.“

Beate Kneer hat die Landfrauen motiviert, bei der Aktion mitzumachen. „Seit mein Mann und ich E-Bikes haben, fahren wir schon mehr“, erzählt sie. Mit kleineren Touren habe sie sich fit gehalten. „Der Klimaschutz ist wichtig, aber mir geht es vor allem um die Gesundheit. Ich möchte ein paar Pfunde verlieren“, betont sie. In ihrem Landfrauen-Team können sich auch Männer und Kinder anmelden.

Bürgermeisterin Claudia Panke nimmt zum ersten Mal an der Sternfahrt teil, Technischer Beigeordneter Martin Barnat hat auch im letzten Jahr mitgemacht und fährt täglich von Wuppertal nach Wülfrath mit dem Rad. „Das Interesse am Fahrradfahren im politischen Raum wächst, es muss mehr an den Radwegen getan werden“, räumt auch er ein.

Inzwischen sind die Radler aus Velbert und Heiligenhaus eingetroffen, die die Wülfrather nach Gruiten begleiten wollen. Markus Wagner und seine Frau, die das Tunnelcafé betreiben, bieten Wasser, Kaffee und Kekse in Fahrradform an. „Rund 35 Velberter nehmen an der Sternfahrt teil, viel mehr als im letzten Jahr“, sagt Marian Osterhoff, Klimamanager in Velbert. Er freut sich ebenfalls über das Interesse der Teilnehmer.