Wülfrath: Stadtkirche: Das Fresko mit der Krippenszene soll sichtbarer sein

Wülfrath : Stadtkirche: Das Fresko mit der Krippenszene soll sichtbarer sein

Förderverein befasst sich mit der Verblassung der Wandmalerei.

. Wenn man vor dem Fresko mit der Krippenszene in der Stadtkirche steht, braucht der Betrachter schon viel Fantasie, um sie als solche zu erkennen. Die Wandmalerei ist stark verblasst, genau wie viele andere, die bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1961 freigelegt worden waren. „Es ist ein Wunsch des Fördervereins Stadtkirche, die Fresken sichtbarer zu machen“, sagt Kirchbaumeister Manfred Hoffmann im Gespräch mit der WZ. Dies könne mit transparenten Scheiben aus Kunststoff oder Glas geschehen, auf denen die Konturen der Fresken nachgezeichnet werden könnten. Eine Restauration sieht Manfred Hoffmann aus Kostengründen nicht.

Die Aufarbeitung der Fresken mit Originalfarben würde pro Wandmalerei nach Schätzungen des Kirchbaumeisters zwischen 10 000 und 15 000 Euro kosten. „Da würden Unsummen auf uns zukommen“, sagt Manfred Hoffmann. Daher stammt die Idee, die Wandmalerei hinter Scheiben vor dem weiteren Verblassen zu schützen. Aktuell steht diese Idee im Raum, es gibt laut Manfred Hoffmann aber noch keine Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Eine in der Stadtkirche ausgelegte Broschüre, die Christine Schumann geschrieben hat, ist unter anderem so bebildert, dass man die Fresken bei ihrer Entdeckung sieht. Dabei wird deutlich, wie sehr die Wandgemälde in den fast sechs Jahrzehnten gelitten haben.

Aktuell machen zum Beispiel die ehrenamtlichen Helfer Petra Pahnke und Klaus Pöcking am Tag der offenen Kirche – immer mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr – die Fresken sichtbarer, allerdings mit ihren Erklärungen. So erfährt der Betrachter, wo bei der Krippenszene der Faltenwurf des Kleides von Maria zu erkennen ist, das (eher ungewöhnlich) nackte Jesuskind zu finden ist oder dass Josef ein Werkzeug in der Hand hat. Die beiden haben natürlich auch kleine Anekdoten in petto. So berichtet Klaus Pöcking schmunzelnd vom bekannten Augenarzt Gerd Höfling, der zwischen 1961 und 1966 Fresken in akribischer Arbeit mit einem Skalpell freigelegt hatte. Über diesen lagen immerhin acht Farbschichten.

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