Stadt Velbert strebt Kino auf dem Hertie-Gelände an

Velbert : Stadt strebt Kino auf Hertie-Gelände an

In Velbert ist ein Streit um den Standort für ein Lichtspielhaus entbrannt. Initiator des Bürgerbegehrens  für ein Kino im Forum wirft Verwaltung Taktiererei vor.

In die Diskussion um ein Kino in Velbert-Mitte kommt Bewegung: Vor dem Umwelt- und Planungsausschuss hat der Beigeordnete Jörg Ostermann angekündigt, dass auf dem Gelände des Hertie-Kaufhauses an der oberen Friedrichstraße ein Kino errichtet werden soll, wenn die Gebäude abgerissen sind. „Die Suche nach einem Betreiber über eine Ausschreibung kann parallel zum Abbruch erfolgen“, sagte Jörg Ostermann.

„Wir brauchen einen Investor, der einen Kinobetreiber an der Hand hat. Wir sind schon länger mit einem Kino-Unternehmer im Gespräch. Der Investor muss sehen, was er auf dem Hertie-Gelände unterbringen kann, wie Dienstleistungen, Handel und Wohnen. Das Ganze regelt ein Bebauungsplan. Wir als Verwaltung machen der Politik ein Angebot, die muss sehen, ob sie unseren Vorgaben folgt“, beschreibt Ostermann das Prozedere.

Das rund 8000 Quadratmeter große Areal wurde vor einem Jahr von der Stadt angekauft. „Deutlich unter dem Verkehrswert von 4,7 Millionen Euro“, wie damals Kämmerer Christoph Peitz betonte. Für den Abriss sind Fördermittel des Landes beantragt worden. „In ganz NRW sind in diesem Jahr noch keine Städtebauförderungsgelder geflossen“, weiß Ostermann, so dass er davon ausgeht, dass der Rückbau nicht mehr in diesem Jahr erfolgen wird.

Helmut Stiegelmeier, der zusammen mit Michael Günther und Thomas Küppers ein Bürgerbegehren für ein Kino im Forum Niederberg anstrebt, wundert sich über den Vorstoß der Verwaltung. „Einen Tag zuvor, als abends Herr Ostermann den Kino-Vorschlag auf dem Hertie-Gelände im Ausschuss vorstellte, hatte der Bürgermeister Grundschüler zu Gast, die fragten, ob er vielleicht mal ein Kino in Velbert bauen könnte. Er antwortete, dass es noch Zeit bräuchte, bis man einen Ort für ein Kino finden würde. Stiegelmeier sieht in dem Vorgehen der Verwaltung, jetzt mit dem Kino auf dem Hertie-Areal raus zu kommen, eine Taktik: „Es soll den Leuten vermittelt werden, ihr braucht nicht für eine Bürgerbegehren zu unterschreiben, wir kriegen ein Kino beim Hertie.“ Der Tönisheider Unternehmer erinnert daran, er vor zehn Jahren nach dem Ende der Hertie-Kaufhäuser die Idee aufbrachte, dort Volkshochschule und ein Kino unterzubringen. „Jetzt ist das Gebäude nach zahlreichen Wasserschäden und Feuerwehreinsätzen nicht mehr sanierungsfähig.“ Nach Darstellung von Helmut Stiegelmeier ist das Interesse an einem Lichtspielhaus im Forum Niederberg groß.

In der vergangenen Wochen präsentiere er einen jungen Kino-Betreiber aus Marl. „Gestern hat sich ein weiterer Kino-Unternehmer bei mir gemeldet, der rechnet mit einer Millionen Euro an Umbaukosten und spricht von Fördergeldern aus der Filmstiftung.“ Stiegelmeier stellt noch einmal klar, dass er nicht den ganzen Theatersaal des Forums Niederberg in einen Lichtspielhaus umbauen möchte. „Da kommen drei kleinere Säle und ein größer mit 300 Plätze rein. Die Bühne bleibt erhalten, so dass man dort auch noch Theateraufführungen machen kann.“ Ferner spricht er von Synergieeffekten am Standort Forum Niederberg, erzeugt durch die Nähe zur VHS, der Stadtgalerie und dem Deutschen Schloss-und Beschlägemuseum.

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