Stadt nimmt Kirche einen Teil der Kita-Kosten ab

Stadt nimmt Kirche einen Teil der Kita-Kosten ab

Der Kindergarten in Tönisheide ist für die evangelische Gemeinde zu teuer geworden. Die Plätze werden im Stadtteil aber gebraucht.

Velbert. Die Stadt zahlt bis 2017 die Kosten für eine Kindergartengruppe der evangelischen Gemeinde und stützt damit das Betreuungsangebot in Tönisheide. So lautet der Vorschlag der Verwaltung für den Jugendhilfeausschuss, der heute tagt (17 Uhr, Rathaus). Jährlichen Ausgaben von 17 000 Euro sollen die Stadtverordneten zustimmen.

Die Kita „Unterm Regenbogen“ an der Schubertstraße bietet in vier Gruppen Platz für 91 Kinder. Zur Versorgung in Tönisheide werden die Plätze gebraucht, sagt für die Stadt Jürgen Mutz vom Fachbereich Jugend, Familie und Soziales: „Wir können auf die vierte Gruppe nicht verzichten.“

Von den 46 Tageseinrichtungen für Kinder in Velbert sind nur drei städtisch, führt Mutz aus. Für die Kita „Unterm Regenbogen“ solle der sogenannte Trägeranteil für eine Gruppe bezahlt werden. Weitere 125 000 Euro zahlt nach wie vor das Land nach dem Kinderbildungsgesetz auf der Grundlage von Pauschalen für jedes Kind.

Laut Stadt ist die Finanzierung der Gruppe damit bis 2017 „auskömmlich.“ Die tatsächlichen, von der Gemeinde zu tragenden Kosten können schwanken, abhängig von Gehalts- und Energiekosten. Die Zusage für den Trägeranteil kann der Jugendhilfeausschuss später verlängern.

Laut Mutz handelt es sich um eine Übergangslösung. Die jetzt geförderte Gruppe könne „von einem anderen Träger“ übernommen werden — womit die Stadtkasse wieder entlastet würde. Nach derzeitigem Stand könnte das nur die katholische Gemeinde sein, die schon eine Kita im Stadtteil unterhält. Ob sich damit der Standort der betroffenen Gruppe ändern würde, ist noch offen.

Laut Pfarrer Wolfhard Günther war das Haus eigentlich immer schon zu groß für die Gemeinde von 2000 Seelen: „Wir sind finanziell am Limit.“ Zur Bauzeit in den 1960er-Jahren sei die Kirchensteuer noch ausreichend geflossen. Inzwischen müsse die Gemeinde sparen, obwohl die Mitgliederzahl stabil sei. Günther: „Wir engagieren uns gern für die Kita, es ist ein wichtiger Teil unseres Gemeindelebens.“

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