Velbert.: Stadt investiert in Kinder und Jugendliche

Velbert. : Stadt investiert in Kinder und Jugendliche

Der Velberter Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2020 nimmt auch verstärkt die Entwicklung von Neviges in den Blick.

Der Haushaltsplanentwurf für 2020 legt mit 243 Millionen Euro gegenüber den Vorjahren eine merkliche Steigerung hin. „Das liegt an dem deutlichen Plus an Fördermitteln, die wir an die Kultur und Veranstaltungsbetriebe (KVBV) für das Bürgerforum weiterleiten“, begründete Kämmerer Christoph Peitz gestern, der die ersten Tranche im nächsten Jahr erwartet. Das leicht positive Ergebnis liegt bei 300 000 Euro. „Das ist nicht allzu viel“, räumt der städtische Schatzmeister ein und führt dies auf die konjunkturelle Verlangsamung zurück. „Im Moment macht die Entwicklung sehr viel Mut, aktuell gibt es bei der Gewerbesteuer keine Tendenz nach unten. Aber wir wissen nicht, wie sich Brexit und Handelskonflikte auf Velbert auswirken.“

Weil die Steuerkraft von Velbert hoch ist, sind deutlich weniger Schlüsselzuweisungen vom Land zu erwarten. Der Schwerpunkt bei den Investitionen liegt bei Kindertagesstätten und Schulen. „Insgesamt sind das 39 Millionen Euro, ein sehr, sehr hoher Betrag“, gibt Peitz zu.

Auch die neue Gesamtschule wird in der Planung berücksichtigt

Darin enthalten ist unter anderem der Ausbau der Kindertagesstätte Tönisheider Straße und erste Investitionen im Zusammenhang mit der neuen Gesamtschule in Neviges. Bürgermeister Dirk Lukrafka, der lange Zeit skeptisch war, ob die Anmeldezahlen erreicht werden könnten, hätte gerne von einer Kompensation durch die Auflösung einer weiteren Schule abgesehen. „Im Nachhinein bin ich aber froh, dass dieser Versuch einer Schulneugründung nach einer Reihe von Fehlstarts gelungen ist“, räumte er am Dienstag vor dem Rat ein.

Dort kündigte er an, dass nicht alles, was man sich vorgenommen hat, pünktlich umgesetzt werden kann. Gründe dafür sind die gute Baukonjunktur und der Fachkräftemangel.

Die städtische Stellenplan wird anwachsen, so werden vier neue Stellen geschaffen, um die Digitalisierung nach vorne zu bringen. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung werden weitere Erzieher benötigt. Der Rettungsdienstbedarfsplan sieht für Velbert einen zusätzlichen Krankenwagen vor, damit verbunden sind zwölf Stellen für Notfallsanitäter. Der Kommunale Ordnungsdienst wird von neun auf zwölf Mitarbeiter verstärkt. „Im Stadtgebiet haben die Verschmutzungen zugenommen, da müssen wir stärker auf der Straße unterwegs sein“, fordert der Bürgermeister. Bei der Umgestaltung des Forum Niederberg erwartet der Verwaltungschef nächstes Jahr erste Bautätigkeiten, beim Hertie-Gelände wird man im nächsten Jahr wissen, wie es dort künftig aussieht.

Das kommende Haushaltsjahr nimmt verstärkt Neviges in den Blick. „Die Entscheidung für das Schloss Hardenberg haben wir vorbereitet, weitere Maßnahmen sind in Planung, so für den Parkplatz an der Bernsaustraße. Die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen ist weiterhin positiv und wird als Indikator für die Attraktivität von Velbert gewertet. „Zum 31. Dezember 2015 gab es in Velbert 2026 Betriebsstätten, zum 30. September 2018 waren es 2082. Im selben Zeitraum stiegen die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse von 29 575 auf 31 250 an.“

Mit Christoph Peitz, der auch Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Velbert ist, möchte der Bürgermeister darüber nachdenken, wie sich der öffentliche Nahverkehr neu entwickeln lässt. „Linienführungen in Velbert, Verbindungen in Nachbarstädte und Preisstrukturen – was kann man da tun, um Menschen vom Pkw in den ÖPNV zu bekommen? Wir haben in Velbert immer mehr Pkw-Verkehr, können aber den Verkehrsraum nicht
vermehren.“

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