Stadt begrüßt Neubürger mit Gutschein

Der Haupt- und Finanzausschuss lässt sich umfassend über die Entwicklung beim Thema Asyl informieren.

Velbert. In den vergangenen fünf Jahren sind jährlich rund 3900 Menschen nach Velbert gezogen. In den drei Servicebüros gibt es für jeden Haushalt Informationen über die Stadt. Zur besseren Integration ins Velberter Kulturleben erhält jeder Neubürger zusätzlich einen Gutschein, der gegen eine Freikarte für eine Veranstaltung aus dem städtischen Kulturprogramm eingelöst werden kann. Es wird gesonderte Gutscheine für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene geben, das beschloss jetzt der Kulturausschuss. Finanziert werden die Freikarten durch nicht ausgeschöpfte Mittel in der Kulturabteilung.

Foto: Schierenbeck/dpa

Die Umwandlung des Forums Niederberg in ein Forum für Begegnung, soziale Entwicklung, Bildung und Kultur wurde vom Haupt- und Finanzausschuss wie erwartet in seiner jüngsten Sitzung auf dem Weg gebracht.

Die Verwaltung informierte die Kommunalpolitiker auch über die Entwicklung in Sachen Asyl. Vor zwei Jahren war die Situation schwierig, man hielt 3500 Unterbringungsplätze für die kommenden zwölf Monate für notwendig. Da die Zuzugszahlen im ersten Halbjahr 2016 deutlich geringer als angenommen waren, wurden die Kapazitäten nach unten gefahren, auf einige Maßnahmen wurde ganz verzichtet. Mit dem geringeren Zustrom der Flüchtlinge fand eine Beschleunigung der Asylverfahren statt. Anerkannte Asylanten gingen in die Zustädnigkeit des Jobcenters ME aktiv über. Nicht alle konnten im freien Wohnungsmarkt vermittelt werden und sind auf städtische Unterkünfte angewiesen. Seit Anfang 2015 sind Velbert 1253 Flüchtlinge zugewiesen worden, 569 Personen beziehen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz; Leistungen des Job-Centers beziehen gegenwärtig rund 860 Menschen aus den acht zuzugsstärksten außereuropäischen Bewerberherkunftsländern (Stand September 2017).

In den von der Stadt verwalteten Unterkünften leben 719 Personen, davon 473 in Wohnungen. 209 haben einen Flüchtlingsstatus; weitere 30 Flüchtlinge halten sich noch in den Übergangsheimen auf. Hinzu kommen 38 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die das System der Jugendhilfe durchlaufen. Ausgereist oder zurückgeführt wurden in diesem Jahr 18 Personen.

Die Unterbringung erfolgt zunächst in der Übergangseinrichtung Talstraße in Velbert. Betreut werden sie durch Sozialpädagogen und durch die sozialen Kontakte zu Mitbewohnern. Nach einer Eingewöhnungsphase ist die Schaffung einer Privatsphäre vorgesehen. Bei der Einweisung in Wohnraum, der von der Stadt angemietet wurde, erfolgt eine intensive Nachbetreuung mit Hausmeisterdiensten und Sozialarbeit. Vermieterbeschwerden, Nachbarschaftskonflikte und technische Probleme können damit abgewendet werden. „Es konnte eine erkennbare Akzeptanzverbesserung erreicht werden“, stellte die Verwaltung fest. In den neu errichteten Reihenhäusern an der Siebeneicker Straße leben 48 Menschen