Spaß auf dem roten Teppich

Auch wenn es „nur“ Platz 3 war: Die WüRGer feierten ausgelassen bei der Verleihung des NRW- Ehrenamtspreises.

Wülfrath/Bonn. So sehen Sieger aus — auch wenn es „nur“ der dritte Preis ist, den die Wülfrather Rockmusiker Gemeinschaft (WüRG) in der schicken Bonner Bundeskunsthalle ausgelassen und mit einem Dauergrinsen im Gesicht feierte. „Enttäuscht? Warum? Es ist einfach toll, hier zu sein. Für uns ist der ganze Tag eine Auszeichnung“, genoss Ralph Seiltgens, bis Samstag noch Chef-WüRGer, Festakt und Aftershow-Party der NRW-Veranstaltung „Der Dank — Ehrensache Kultur“.

Kurz nach 21 Uhr stand fest, dass die WüRG — in der Kategorie „Erleben“ nominiert — den dritten Preis erhalten wird, der mit 1000 Euro dotiert ist. Von Trübsal keine Spur: Als klar war, dass ein Taschenlampen-Büchereiprojekt sowie — auf Platz 1 — die integrative Tanzformation „ku.llJ — Dance for Chance“ vor den Wülfrather platziert waren, bedachten die WüRG-Mitglieder die besser Bewerteten mit reichlich Applaus. Rüdiger Frint, der die Jamsession „Jetzrocktashaus“ organisiert hat, betrachtete das Schlussbild mit allen Promis und Geehrten auf der Bühne beinah schon selig und gerührt: „Ich habe mich seit Wochen auf diesen Tag gefreut. Der Preis spielt dabei keine Rolle. Ich bin echt glücklich.“

Als erste der insgesamt neun in drei Kategorien nominierten Gruppen war am Nachmittag die WüRG in Bonn eingetroffen. 18 Leute umfasste die Delegation — alle mit den schwarzen T- oder Polo-Shirts des Vereins, vereinzelt mit dunklem Sakko aufgehübscht. „Wir sind die Ersten und gehen als Letzte“, prognostizierte Christian Erbach kurz nach 19 Uhr, als sich langsam das Auditorium füllte. Er sollte Recht behalten.

Mehr Vorfreude auf einen „netten Abend“, so Daniel Diekmann, als Nervosität verspürten die meisten. Ausnahme war WüRG-Mitbegründer und Langzeit-Präsident Dirk Bredtmann, der aus Wien angereist war und sich den Ehrentag nicht nehmen lassen wollte. „Diese Nominierung ist eine Bestätigung für all unsere Arbeit“, sagt er.

Dass diese Arbeit Spuren hinterlassen hat, unterstrich Kulturamtsleiterin Andrea Gellert. „Der Preis ist eine tolle Auszeichnung. Die WüRG ist aus unserer Stadt nicht mehr wegzudenken. Sie ist eine Werbung für Wülfrath.“

Bei seinen Dankesworten auf der Bühne hob Erbach hervor, „dass wir ja nicht allein Kultur in Wülfrath machen. Das sind noch viele. Und wir machen weiter unsere Arbeit. Das ist auch gut für die die ganze Stadt“. Dem pflichtete Seiltgens bei. „Wir sind Teil der Kulturszene. Wir wollen mit allen zusammenarbeiten. Nur zusammen können wir etwas bewegen.“

Als um Mitternacht in der Bundeskunsthalle langsam die Lichter ausgingen, war für zehn WüRGer noch lange nicht Schluss. Sie hatten sich in einem Hostel eingemietet. Vor dem Weg dahin gab es noch ein Gruppenfoto mit einem Star: der Tatort-Schauspielerin Christine Urspruch. Diekmann: „Wir sind doch echte Tatort-Fans.“ Da hat sich der Tag ja gelohnt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung