Sparkasse ist mit der Bilanz für 2017 zufrieden

Sparkasse ist mit der Bilanz für 2017 zufrieden

Der Digital-Trend hält auch bei dem Geldinstitut weiter an. Vor allem die Zahl der App-Nutzer steigt stetig an, viele Konten werden online geführt.

Velbert. „Das Jahr 2017 war erfolgreich in allen Bereichen, obwohl es kaum noch Zinsen gibt, aber die Menschen vertrauen uns“, bilanziert Jörg Buschmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkassen Hilden-Ratingen-Velbert. „Allerdings sinkt unsere Ertragskraft, denn anders als internationale Banken können wir unser Geschäft nicht ins Ausland ausweiten.“

Das öffentlich-rechtliche Geldinstitut in der Gewährträgerhaftung der drei Städte braucht sich kein Geld bei der Europäischen Zentralbank zu leihen. „Die Leute haben Vertrauen zu uns, bringen uns ihr Geld, das gute alte Sparbuch ist nach wie vor gefragt“, sagt der Sparkassenchef. Dieses „normale“ Sparkassenbuch legte um 7,5 Prozent zu. Dennoch registrierte der Sparkassenvorstand, dass sich viele Kunden erneut oder erstmals dem Wertpapier zuwandten, die Umsätze stiegen um 19 Prozent, gut die Hälfte entfiel auf Fondseinlagen.

Im Kreditgeschäft mit Privatkunden herrscht ein harter Wettbewerb, dennoch konnte ein Wachstum von einem Prozent verzeichnet werden. Im Firmenkundengeschäft macht sich die gute Konjunktur bemerkbar. „Die Betriebe kommen zu uns, wenn sie neue Maschinen anschaffen“, so Buschmann, der mit der Nachfrage von 56,1 Millionen Euro allerdings unter dem Vorjahresergebnis blieb (62,2 Millionen Euro). Im Immobilienbereich bezeichnet sich die Sparkasse mit 133 vermittelten Objekten (Vorjahr 124) als Topmakler im ganzen Kreis Mettmann, nicht zuletzt dank moderner Technik, die einen digitalen Spaziergang ermöglicht.

Jörg Buschmann, Sparkassenvorstandsvorsitzender

Stichwort Digitalisierung: „Dieser Bereich entwickelt sich explosionsartig. Wir sagen immer, dass wir dahin gehen müssen, wo unsere Kunden sind, und die sind überall und nutzen ihre Smartphones und Tabletts“, so der Sparkassenchef. Die Zahl der Sparkassen-App-Nutzer steigt auf 22 300 Kunden, es gab knapp 9,5 Millionen digitale Kundenkontakte, 54 Prozent aller Girokonten wurde zum Jahresende online geführt.

„Bei unserem neuen Preismodell für Wenig- und Vielnutzer im Girobereich unterscheiden wir nicht mehr zwischen online und offline“, so Vorstandsmitglied Josef Stopfer. „Eine Transaktion kostet 15 Cent, Belegkunden zahlten früher 1,15 Euro. Ich empfehle das Pauschalmodell für 6,50 Euro, das ist eine klare Geschichte. Da sind wir am Markt sehr moderat unterwegs.“

Die Kritik aus Teilen der Politik an den neuen Preisen kann die Sparkassenspitze nicht nachvollziehen. „Die Preismodelle sind sehr angekommen, die Kündigungen können wir an einer Hand abzählen“, so Buschmann, der daran erinnert, dass wegen der Nullzinspolitik die Querfinanzierung der Konten schwierig ist. An eine Verringerung der 27 Filialen ist im Moment nicht gedacht: „Wir haben die Nutzung im Auge und stellen fest, dass die kleinen Geschäftsstellen mit nur zwei Mitarbeitern immer weniger gefragt sind. Die Beratung in der Filiale bleibt im digitalen Zeitalter ein wichtiger Bestandteil, Gesprächstermine können sehr individuell vereinbart werden.

„Die Aha!-Filiale in unseren Velberter Haupthaus ist ein bisschen ein Labor, hier testen wir, was ankommt“, beschreibt Jörg Buschmann die etwas andere Filiale, in der Kunden geduzt werden und Banker keine Krawatte tragen. Eine Anlaufstelle für junge Kunden, es kommen auch ältere, die sich von der Generation Smartphone gerne mal das Online-Banking erklären lassen.

Die Sparkasse bildet nach wie vor aus, aber weniger als vor einigen Jahren, nur ein Drittel wird übernommen. Es wird weiterhin Personal sozialverträglich abgebaut, die Zahl der Mitarbeiter sank von 787 auf 735. „Die Kunden werden es nicht merken, das sind alles Tätigkeiten, die durch neue Technik erledigt wird.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung