Wülfrath : So starten Vereine sicher ins Netz

Die „Digitale Nachbarschaft“ soll mit ihren Angeboten dabei helfen, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen.

Welche Herausforderungen birgt die Digitalisierung für Vereine? Mit dieser Fragestellung kann sich die Wülfrather Vereinslandschaft in den nächsten drei Jahren beschäftigen. So lange läuft das vom Innenministerium geförderte Projekt „Digitale Nachbarschaft“, welches am vergangenen Montag im Rathaus seinen Auftakt feierte.

Die Idee für die vereinsübergreifende Förderung wurde bereits im vergangenen September anlässlich des Frauennetzwerktreffens der Gleichstellungsbeauftragten Gudula Kohn geboren. Beate Kneer von den Wülfrather Landfrauen fungierte nicht nur als Ideengeberin, sondern organisierte gemeinsam mit ihrer Ortsgruppe den Auftakt, dem mehr als 60 Personen, größtenteils Frauen, folgten.

Henning Baden, Projektleiter „Digitale Nachbarschaft“, zeigte sich vom Zulauf sichtlich begeistert. „Wir haben bereits 34 Eröffnungsveranstaltungen initiiert, aber diese ist mit Abstand am besten besucht“, freute sich der Referent, der zugleich auf die Vorteile des Projektes verwies. Unter dem Motto „Engagiert? Aber sicher! Kompetent online unterwegs“ fasste Baden die Herausforderungen der digitalen Vereinswelt zusammen und stellte fest: „Die Digitalisierung birgt einen Veränderungsprozess, dem wir uns stellen müssen.“

Dass für ein digitales Miteinander zunächst eine Strategie entwickelt werden muss, darüber hinaus richtige Kommunikation von Nöten scheint und natürlich eine passende Infrastruktur unabdingbar ist, gab Baden anhand einer anschaulichen Präsentation wieder. „Welche Kommunikationskanäle eignen sich für einen Verein? Was bedeutet für meinen Verein die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)? Wie wird sich unser Team- und Arbeitsleben verändern?“

Die passenden Fragen werden nach unterschiedlichen Schwerpunkten in den kommenden drei Jahren beantwortet. Mindestens dreimal im Jahr findet in Wülfrath ein Seminar statt, welches von Dozenten der Initiative geleitet wird. Teilnehmen kann grundsätzlich jeder ehrenamtliche Helfer, der seine Vereinsstrukturen auf digital sichere Säulen stellen möchte.

Organisiert wird das Programm vom Verein „Deutschland sicher im Netz“, welches sich 2006 nach dem nationalen IT-Gipfel gründete. Zusammen mit dem Innenministerium und weiteren Kooperationspartnern betreut der Verein, der seinen Hauptsitz in Berlin hat, derzeit zwölf Projekte.

Selbstbestimmter und sicherer Umgang im digitalen Raum

„Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie von der digitalen Welt abgehängt werden. Wir starten in Seniorenangeboten daher bereits mit der Erläuterung der meist englischen Begriffe und bauen je nach Anforderung weiter aus“, erläutert Henning Baden das Grundgerüst seiner Arbeit. „Wir sind quasi das Unterstützungsprogramm zum selbstbestimmten und sicheren Umgang im digitalen Raum“.

In 50 Kommunen ist das Projekt bereits aktiv, darunter auch die nahgelegenen Städte Düsseldorf, Essen und Mühlheim. Neben Seminaren vor Ort bietet das Projekt auch Webinare (Seminare vor dem eigenen Computer), Workshops und Selbstlernkurse an.