Wülfrath: Tipps für die Bestattungsvorsorge : Heikles Thema, über das man sprechen sollte

Bestatter Frank Wegener referierte bei der Senioren-Union über den letzten Weg.

Mit einem heiklen Thema haben sich die Mitglieder der Senioren-Union (SU) im Restaurant „Zum alten Rathaus“ befasst. „Bestattungsvorsorge“ lautete der Titel der Zusammenkunft. „Wer denkt schon gerne über seinen eigenen Tod nach“, sagte der SU-Vorsitzende, Walter Brühland, bei seiner Begrüßung der rund zwei Dutzend Besucher. Bestatter Frank Wegener war eingeladen worden, um als Fachmann darüber zu sprechen, was alles bedacht werden sollte.

Der Anteil der Urnenbestattungen liegt mittlerweile bei 80 Prozent

„Es hat sich viel verändert in den letzten Jahren“, sagte der Bestattungsunternehmer. Bestattungsvorsorge sei zwar immer noch ein gewisses Tabu-Thema, „aber inzwischen redet man doch darüber“, so Frank Wegener. Neu hinzugekommen seien Faktoren wie zum Beispiel der digitale Nachlass. Was passiert mit E-Mails, Sozialen Netzwerken und Co.? Mittlerweile ist auch dies eine der Aufgaben des Bestatters. Auch die Wahl der Bestattungsart habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt. „Der Anteil der Urnenbestattungen liegt bei 80 Prozent“, sagte Frank Wegener.

Kernpunkt war die Antwort auf die Frage, wie man selbst bestimmen kann, wie man seinen letzten Weg gehen möchte. „Wenn sich jemand nicht zu Lebzeiten dazu geäußert hat, kann es bei den Nachkommen Schwierigkeiten geben“, weiß der Bestatter. Er sitze dann oft zwischen den Fronten und versuche, die Wogen zu glätten. Hilfreich sei ein Zettel mit einer kurzen Information, den man am besten ins Familienstammbuch legen sollte. Einige haben ihre geschätzten Beerdigungskosten bereits vor dem Ableben bezahlt, damit die Nachkommen nicht damit belastet werden. Dies geschehe aber oft zehn oder 15 Jahre vor dem Tod, in diesem Zeitraum ändern sich die Kosten entsprechend. „Wir können dann zum Beispiel sehen, ob es statt Eichen- ein Kiefernsarg sein kann um eine gewünschte Erdbestattung zu finanzieren“, so Frank Wegener. Problematisch sei es, wenn ein Mensch zuvor ein Pflegefall wird. Das Schonvermögen betrage 5000 Euro, zu wenig für manche Bestattungsform. „Es gibt ein Treuhandkonto über den Bestatterverband, in das Interessierte einzahlen können. Dort sei das für die Beerdigung vorgesehene Geld auch in einem solchen Fall sicher, sagte der Bestatter.

Die Zuhörer interessieren sich natürlich für die Kosten

Die Fragen der Zuhörer drehten sich natürlich um die aktuellen Kosten und Bestattungsarten. Was denn eine Seebestattung kostet, wollte eine Frau wissen. 1600 Euro war die Antwort, allerdings für die „reine Seebestattung“. Bei bis zu zwölf Angehörigen kostet es 2400 Euro. Die Gesamtkosten bezifferte Frank Wegener auf 4400 bis 5000 Euro. Von Interesse war auch, ob es in Wülfrath pflegeleichte Wiesengräber gibt. Auf dem evangelischen Friedhof befänden sich sogenannte Urnenrasengräber, die aber nicht mehr angeboten würden, weil sie zu sehr an Kriegsgräber erinnern. Frank Wegener sagte aber, dass man sich dort Gedanken mache, ein großes Feld mit Findlingen, auf denen der Name und die Daten des Verstorbenen stehen, anzubieten. Säulen mit Urnen gibt es dagegen in Wülfrath nicht.

Etwas makaber war die Frage einer Zuhörerin, ob sich der Mensch nach der Verbrennung „alleine“ in der Urne befinde. Die Antwort von Frank Wegener: „Nein, das Holz vom Sarg ist mit dabei.“

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